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zuletzt aktualisiert: 27.01.2005

Stellungnahme der HLS: Neue Angebote zur Alkoholreduktion im Bereich der Suchthilfe

Bereits seit Jahren richtet sich das Augenmerk der Suchtpolitik verstärkt auf die Gruppe der Risikokonsumenten und -missbraucher, um der Entwicklung einer Abhängigkeit vorzubeugen.

Dies wird auch im letzten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung gefordert.

Eine wesentliche Rolle dabei spielt die Tatsache, dass die klassische Suchthilfe bisher nur einen kleinen Teil der Betroffenen erreichen konnte.

In diesem Zusammenhang wird verstärkt darüber nachgedacht, mit welchen Maßnahmen weitere betroffene Menschen angesprochen werden können.

Für Aufsehen in der Fachwelt und auch in der interessierten Öffentlichkeit sorgt in letzter Zeit insbesondere das Ambulante Gruppenprogramm zum kontrollierten Trinken von Prof. Joachim Körkel, Nürnberg. Weitere Programme, wie das der „Punktabstinenz“ (Johannes Lindenmeyer) und das der „Motivierenden Beratung“ nach Miller und Rollnick wenden sich ebenfalls gezielt an die Gruppe sogenannter Risikokonsumenten bzw. suchen nach Wegen, die Veränderungsbereitschaft Betroffener zu fördern.

Die HLS begrüßt alle neuen Möglichkeiten, Menschen mit problematischem Alkoholkonsum zu erreichen und steht neuen Überlegungen offen gegenüber.

Die Freie Wohlfahrtspflege verfügt über langjährige Erfahrung und Kompetenz in der Beratung und Behandlung Suchtgefährdeter und -abhängiger. Die neuen Programme zur Alkoholreduktion werden als Erweiterung der bestehenden Angebote gesehen. Sie sollten nicht als Alternative verstanden werden, sondern als Ergänzung der bestehenden Hilfsangebote und als Öffnung der traditionellen Suchthilfe für neue Klientengruppen.

Die HLS hält unverändert an der Abstinenzempfehlung für Abhängigkeitskranke fest.

Die neuen Programme erfüllen in erster Linie folgende Funktionen:

  • Verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol als Angebot für Risikokonsumenten und Missbraucher aufzeigen
    Neue Wege zur Motivationsarbeit (Brückenfunktion) bilden
    Erreichen neuer Zielgruppen ohne Stigmatisierung.
  • Die Umsetzbarkeit solcher Maßnahmen, die sich an Risikokonsumenten wenden, ist maßgeblich abhängig von den Möglichkeiten der Finanzierung.

Nach Einschätzung der HLS ist es unerlässlich, diese Maßnahmen auch weiterhin zu evaluieren, um ihre Wirksamkeit wissenschaftlich zu belegen und eine Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Frankfurt am Main, Juli 2003

 
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