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Methadonsubstitution PDF Drucken E-Mail

Substitutionstherapie in Hessen


Laut Substitutionsregister verabreichen in Hessen über 200 registrierte Ärzt/-innen Methadon oder Buprenorphin an ca. 6.800 Personen.

Abweichend von der Gesamtzahl der gemeldeten Substituierten aus dem Substitutionsregister ist die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die von zugelassenen Vertragsärztinnen und Vertragsärzten substituiert werden. Diese Zahlen wurden von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) zur Verfügung gestellt. Danach werden etwa 4.200 Substituierte in Arztpraxen und ca. 1.450 Substituierte in den Substitutionsambulanzen behandelt.

Die hessischen Substitutionsambulanzen sind integrierte medico-psycho-soziale Einrichtungen, in denen neben der medizinischen Verabreichung des Methadons und einer allgemeinen medizinischen Versorgung auch die psychosoziale Begleitung der KlientInnen gewährleistet ist.

Die meisten substituierten Personen sind Männer, der Frauenanteil schwankt regional zwischen 28 und 40 Prozent. Im Durchschnitt sind die Patienten dreißig Jahre alt und seit zehn Jahren heroinabhängig. 80 Prozent sind erwerbslos. Davon bestreiten 51,1 Prozent den Lebensunterhalt durch Sozialhilfe. Gut die Hälfte der Patienten hat einen oder mehrere erfolglose Versuche unternommen, über eine Entwöhnungsbehandlung zur Abstinenz zu gelangen.

Gravierende Mängel im Bereich der Substitutionstherapie gibt es aus Sicht der HLS insbesondere bei der psychosozialen Betreuung. Obwohl im Hessischen Rahmenvertrag zur Substitutionsbehandlung ausgeführt ist, daß es unabdingbar ist, die Substitutionsbehandlung durch die psychosoziale Betreuung zu ergänzen, wird nur die medizinische Verabreichung von Methadon durch die Krankenkassen finanziert. Sowohl für die psychosoziale Begleitung der PatientInnen als auch für Kooperationsgespräche zwischen MedizinerInnen und sozialen Einrichtungen stehen kaum Finanzmittel zur Verfügung. Diese Situation führt zu hohen Reibungsverlusten in der Zusammenarbeit der mit der Substitution betrauten Stellen: den substituierenden niedergelassenen Ärzten, dem betreuenden Personal in den Ambulanzen, den Wohngemeinschaften, den Arbeitsprojekten sowie den Sucht- und Drogenberatungsstellen. Die in weiten Teilen nicht vorhandene psychosoziale Begleitung erschwert das Ziel, für die PatientInnen eine anhaltende Verbesserung der Lebenssituation der Klienten zu erreichen, beträchtlich.

Im Frühjahr 2001 hat die HLS eine Stellungnahme zur Praxis und Qualität der Substitutionsbehandlung opiatabhängiger Menschen in Hessen verfaßt.

Hier gelangen Sie zur Homepage der KV-Hessen mit einer Auswahl von Substitutionsärzten und -ambulanzen im Bereich der KV Hessen, die einer Veröffentlichung ihrer Adressen zugestimmt haben.

 


 

Diamorphingestützte Substitution

Seit 2010 ist die Diamorphinbehandlung als Regelversorgung durch gesetzlichen Krankenkassen möglich geworden und als Regelbehandlung für Schwerstopiatabhängige anerkannt.

In Hessen existieren ausschließlich in Frankfurt/M. 150 genehmigte Plätze für diese Behandlung.