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Suchtpräventive Grundsätze und Aufgaben der Fachstellen für Suchtprävention


Ab 1993 wurden in Hessen Fachstellen für Suchtprävention bei den Jugend- und Drogenberatungsstellen eingerichtet und mit hauptamtlichen Fachkräften besetzt, deren Aufgaben ausschließlich im Bereich Suchtprävention liegen. Die Fachstellen werden etwa zu je 50% durch das Land und die jeweiligen kommunalen Gebietskörperschaften finanziert. Die Rahmenkonzeption der hessischen Fachstellen für Suchtprävention, die die Aufgabenfelder der Präventionsfachkräfte definiert und verbindliche Rahmenbedingungen für die Arbeit der Fachstellen festlegt, wurde 1994 verabschiedet. Grundlage von Suchtprävention als Teil von Gesundheitsförderung ist ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit. Primäre Suchtprävention muß frühzeitig ansetzen (z.B. in den Kindertagesstätten); sie stellt nicht den Stoff, die Droge in den Mittelpunkt, sondern den Menschen, seine Lebensgeschichte und mögliche Ursachen für süchtiges Verhalten. Bei den Konzepten und Inhalten zeitgemäßer Suchtprävention kann es aber nicht nur darum gehen, Einzelpersonen zu gesundheitsbewußtem Verhalten zu motivieren. Es sind auch strukturelle Bedingungen zu fördern, die Körper, Geist und Seele gesund halten und die kreatives anstelle von konsumierendem Verhalten zum Ziel haben. Im Vordergrund der Arbeit der Fachstellen für Suchtprävention steht die Arbeit mit MultiplikatorInnen, das Ziel, durch Öffentlichkeitsarbeit Sensibilität für das Thema zu wecken und die regionalen Ressourcen zu vernetzen. Die Angebote der Fachstellen bestehen aus differenzierten und auf die Bedürfnisse der Zielgruppen abgestimmten Modulen. Informationsveranstaltungen zu den Themen Sucht, Suchtursachen und Möglichkeiten der Vorbeugung werden mit Eltern, Jugendeinrichtungen, Beschäftigungsträgern, Universitäten, Fachhochschulen und anderen Einrichtungen der Sozialarbeit durchgeführt. Im Auftrag von öffentlichen Institutionen, Privatwirtschaft, Bildungswesen und Frei-zeitorganisationen erarbeiten die Fachstellen Konzepte zur Suchtprävention. Gemeinsam mit den Auftraggebern führen sie konkrete Projekte durch. Um die Qualität der Arbeit zu sichern, sind regelmäßige Fortbildungen und die Teilnahme an Qualitätszirkeln obligatorischer Bestandteil der Arbeit in den Fachstellen. Mit den aktuell (2008) 29 Fachstellen für Suchtprävention ist eine flächendeckende Versorgung aller 26 kreisfreien Städte bzw. Landkreise in Hessen realisiert.

Die Fachstellen sind in der Regel mit einer Fachkraft ausgestattet. Die in der Rahmenkonzeption vorgesehene personelle Besetzung der Fachstellen mit je einer weiblichen und einer männlichen Fachkraft konnte bisher noch nicht realisiert werden. Überregionale Unterstützung erhalten die Fachstellen von der Koordinationsstelle Suchtprävention (KSH) der Hessischen Landesstelle.

Herausforderung
In unserer Gesellschaft nehmen Suchtmittelmißbrauch und süchtiges Verhalten zu und drohen, einen für uns alle kritischen Grad zu erreichen. Die damit verbundenen Probleme entgleiten uns zunehmend.

Ratlosigkeit
Es werden Schuldige gesucht, weil kurzfristige Lösungen fehlen. Statt Ursachen zu korrigieren werden Symptome kuriert. Wenn Sucht sichtbar wird, ist es für vieles bereits zu spät.

Ohnmacht
Resignation wäre naheliegend. Sie macht aber die Suche nach neuen Wegen unmöglich. Prävention (vom lat. praevenire = zuvorkommen) hat zur Aufgabe, suchtfördernde Umstände zu erkennen und ihnen frühzeitig mit gezielten Angeboten entgegenzuwirken. Sie muß deshalb Hilfestellungen zum Erlernen von entsprechenden Fähigkeiten und Fertigkeiten anbieten.

Chancen
Seriöse Suchtprävention erfordert neben Professionalität und Fachlichkeit auch Rahmenbedingungen, die ihre Wirksamkeit ermöglichen. Die Übertragung der Aufgaben an Experten allein nützt zu wenig. Vielmehr ist ein aktives Mittun von allen nötig, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Suchtprävention greift nur dort, wo sie nicht am Menschen, sondern mit dem Menschen arbeitet. Trotzdem muß vor allzu hohen Erwartungen gewarnt werden. Meßbare Erfolge der Suchtprävention sind kurzfristig nicht nachweisbar. Soziale Probleme lassen sich durch Suchtprävention allein nicht lösen. Die Fachstellen erachten es als wichtig, die Wirkung ihrer Projekte auszuwerten. Damit soll auch erreicht werden, daß Suchtprävention nicht zum reinen Selbstzweck wird. Unbestritten bleibt, daß es keinen “Königsweg” in der Suchtprävention geben kann. Die Fachstellen für Suchtprävention leisten ihren Beitrag.

Ideen
Im Vordergrund unserer Tätigkeit steht die Arbeit mit MultiplikatorInnen und das Ziel die regionalen Ressourcen zu vernetzen. Die Angebote bestehen aus differenzierten und auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmten Modulen. Informationsveranstaltungen zu den Themen Sucht, Suchtursachen und Möglichkeiten der Vorbeugung werden mit Eltern, Jugendeinrichtungen, Beschäftigungsträgern, Universitäten, Fachhochschulen und anderen Einrichtungen der Sozialarbeit durchgeführt. Im Auftrag von öffentlichen Institutionen, Privatwirtschaft, Bildungswesen und Freizeitorganisationen erarbeiten sie Konzepte zur Suchtprävention. Gemeinsam mit den Auftraggebern führen sie konkrete Projekte durch. Um die Qualität der Arbeit zu sichern sind regelmäßige Fortbildungen und die Teilnahme an Qualitätszirkeln obligatorischer Bestandteil der Arbeit in der Fachstelle.

Unterstützung
Vorbeugen ist besser (und billiger) als heilen. Die Fachstellen für Suchtprävention
  • sind ein Dienstleistungsangebot des Landes Hessen und kommunaler Träger,
  • sind als eigenständige Abteilung der örtlichen Jugend- und Drogenberatungsstelle angegliedert,
  • sind Ansprechpartner im Bereich der Suchtprävention für Schulen, Jugendeinrichtungen, Bildungseinrichtungen, Sozialdienste, Verwaltungen, Industrie, Gewerbe, Dienstleistungsbetriebe, Kirchen, Vereine in Städten und Kreisen.