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Geldspielautomatenmarkt boomt auch in Hessen - HLS fordert die Politik zum Handeln auf
Geldspielautomaten, die in vielen deutschen Spielhallen und Gaststätten hängen und den schnellen Geldgewinn versprechen, haben nach Ansicht von Glücksspielsuchtexperten das höchste Abhängigkeitspotenzial innerhalb des Glücksspielmarktes. U.a. bei einer Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages im letzten Jahr haben Suchtverbände auf diese Gefahren hingewiesen. Der Geschäftsführer der HLS hat, als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen (BAGLS), seinerzeit die Positionen der Landesstellen in der Anhörung vertreten.
Allerdings boomt das Geschäft der Geldspielautomatenbetreiber ungehindert auch in Hessen weiter: Nach der Novellierung der Spielverordnung vor vier Jahren ist die Zahl der Geldspielautomaten in Hessen bis heute um 60 Prozent gestiegen. Und die Kommunen verdienen über die Steuerabgaben mit.
Dabei sind die Geldspielgeräte, die vor dem Gesetz gar nicht als Glücksspielgeräte eingestuft sind, alles andere als reine "Unterhaltungsgeräte": zwischen 70 und 80 Prozent aller Glücksspieler, die sich in eine der 15 hessischen Beratungsstellen in Behandlung begeben, sind süchtige Geldautomatenspieler. Die Selbstmordrate ist bei Spielern höher als bei Alkoholabhängigen.
Dass, entgegen den Aussagen der Automatenlobby, nur kleine Geldbeträge an den Automaten verspielt werden können, widerlegte Professor Gerhard Meyer von der Universität Bremen im letzten Jahr: Testspieler „verzockten“ beispielsweise innerhalb von 5 ½ Stunden 1.450 Euro – vom Personal der Spielhalle ungehindert (Süddeutsche Zeitung vom 1. Juli 2009). Innerhalb weniger Stunden kann somit heute an den modernen Geräten ein ganzer Monatslohn verspielt werden.
"Ende 2006 wurde die Spielverordnung, die die Rahmenbedingungen für Geldspielgeräte festlegt, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) novelliert. Viele Vorgaben, die auch Einfluss auf das Suchtpotential der Spiele haben, wurden gelockert, um Automatenspiele den Wettbewerb mit anderen Glücksspielanbietern zu erleichtern. Im Drogen- und Suchtbericht von 2006 schloss die Bundesregierung nicht aus, dass dies zu einer Ausweitung der pathologischen Spielsucht führen könne.
Einrichtungen der Suchtforschung und Suchthilfe berichten übereinstimmend, dass rund 80 Prozent der behandlungsbedürftigen Spieler Probleme mit Geldspielgeräten haben. Nach der Untersuchung "Glücksspielverhalten in Deutschland 2007 bis 2009" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat sich insbesondere die Zahl der jungen Automatenspieler zwischen 18 und 20 Jahren seit 2007 mehr als verdoppelt. Die Umsätze der Spielautomatenbranche sind nach der Novellierung - wie erwartet - stark angestiegen." Quelle: "Deutscher Bundestag Drucksache 17/2037 17. Wahlperiode 10. 06. 2010" 
Die folgende Tabelle zeigt den Anstieg in Hessen in den Bereichen Spielhallenkonzessionen, Spielhallenstandorten und Anzahl der Geldspielgeräte von 2006 und 2010:

Die Zahlen sind entnommen aus "Angebotsstruktur der Spielhallen und Geldspielgeräte in Deutschland" - Stand: 1.1.2010. Herausgeber: Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V., Unna 
Die vorgelegte Untersuchung basiert auf Angaben der Ordnungs-, Gewerbe- und Steuerämter in Deutschland. In Hessen nahmen von 167 Kommunen über 10. 000 Einwohner 162 an der Umfrage teil. Das sind 97,01 %.
In Hessen gibt es 19.000 bis 39.000 problematische und pathologische Spieler
Nachrepräsentativen Untersuchungen liegt die Zahl der problematischen und pathologischen Glücksspieler bundesweit zwischen 250.000 und 600.000 Menschen. Für Hessen liegt die entsprechende Spanne dementsprechend zwischen knapp 19.000 und 39.000 Menschen. Vom krankhaften Glücksspielen sind vorwiegend Männer (90%) betroffen, meist im Alter zwischen 20 und 45 Jahren. Besonders anfällig sind diejenigen, die bereits im Jugendalter mit dem Glücksspielen angefangen haben. Die Wissenschaft weist den verschiedenen Glücksspielformen unterschiedliche Suchtpotentiale zu. So sind beispielsweise Geldspielgeräte in Spielhallen und gastronomischen Betrieben besonders risikoreich.
Der Staat verdient bundesweit gut an den Geldspielgeräten
Das Geschäft mit Geldspielautomaten in Spielhallen und Gaststätten in Deutschland ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. 2002 betrugen die Umsätze nach Angaben des Jahrbuchs Sucht rund 5,7 Milliarden Euro. Im Jahr 2009 waren es bereits 8,35 Milliarden Euro.
Der Anteil der Automaten am Gesamtumsatz der Glücksspiel-Branche lag 2008 mit 32,6 Prozent sogar erstmals knapp vor den Glücksspielen in Spielbanken (32,2 Prozent).
Der Staat verdient an den „Daddelautomaten“ mit. Bundesweit nahm er 2008 rund 1,25 Milliarden Euro Vergnügungs-, Umsatz- und Gewerbesteuerzahlungen der Automaten-Wirtschaft ein.
HLS fordert die Politik zum Handeln auf
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Die HLS fordert vom Bundesgesetzgeber, endlich die Geldspielautomaten auch vor dem Gesetz als das einzustufen, was sie sind: Glücksspielgeräte. Oder aber die Herabstufung von Geldspielgeräten auf den vom Gesetzgeber ursprünglich beabsichtigten Charakter eines Unterhaltungsgerätes vorzunehmen womit eine deutliche Absenkung der Gewinnpläne und der Einsatz- sowie Verlustmöglichkeiten an den Geldspielgeräten einhergehen muss.
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Auch die Länder müssen ihr starkes Interesse an einer Gleichbehandlung beim Glücksspiel deutlich machen. Schließlich verzeichnen die staatlich lizenzierten und kontrollierten Glücksspielanbieter wie z.B. die Spielbanken auch deshalb Einnahmerückgänge, weil immer mehr Spieler in die weitgehend unregulierten Spielhallen abwandern seit in den Casinos in sämtlichen Bereichen Ausweiskontrollen existieren bzw. Abgleiche mit einer bundesweiten Sperrdatei vorgenommen werden.
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Die Kommunen sind gefordert ihre Steuersätze bis an die rechtlich zulässigen Grenzen auszuschöpfen sowie die Spielhallen nicht nur stichpunktartig zu überprüfen. Weiterhin müssen die Kommunen alle rechtlichen Möglichkeiten der Bebauungsverordnungen ausschöpfen, um neue Spielhallenansiedlungen zu verhindern.
Die Anhörung vom Juli 2009 im Gesundheitsausschuss des Bundestages können Sie sich hier im
Parlamentsfernsehen des Bundestags ansehen.
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Die Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen (BAGLS) finden Sie hier .
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