Seite drucken |
|
Projektdokumentationen des Wettbewerbs "Der Impuls" |
|
| Titel: | Elterntraining: Erziehung schafft Beziehung |
| Kontakt: | Therapiedorf Villa Lilly Adolphus Busch Allee 65307 Bad Schwalbach Frau Beate Weise Tel: 06124-7008 50 Email: villalilly@jj-ev.de |
| Projektbeschreibung: | Das Therapiedorf Villa Lilly ist eine Einrichtung zur medizinischen und sozialen Rehabilitation für drogenabhängige volljährige Frauen und Männer unter der Trägerschaft des in Frankfurt am Main angesiedelten Vereins „Jugendberatung und Jugendhilfe". In den Behandlungshäusern gibt es Platz für 85 Patientinnen und 10 Kinder im Vorschulalter. Als Behandlungsschwerpunkt werden im Haus „Käte" dogenabhängige Eltern bzw. Alleinerziehende zusammen mit ihren Kindern aufgenommen. Neben dem Hauptziel - der Erreichung einer beständigen Drogenabstinenz sowie einer sozialen und beruflichen Integration - erweitert sich hier die Aufgabenstellung um einen weiteren Bereich: der Entwicklung einer positiven Eltern-Kind -Beziehung. Viele drogenabhängige Eltern fühlen sich - neben der Bewältigung des Drogenverlangens - von den Anforderungen alltäglicher Verrichtungen und mit der Erziehung ihrer Kinder im hohen Maße überfordert. Sie sind unsicher im Umgang mit den Kindern und ihre Handlungskompetenz ist sehr eingeschränkt. Es lässt sich oftmals kein entwicklungsförderndes Handlungsmuster im Erziehungsverhalten erkennen. Bedingt durch die erlebte Unsicherheiten fürchten sie sich davor als Eltern zu versagen und weisen darüber hinaus eine überhöhte und idealisierte Vorstellung darüber auf, was eine „gute" Mutter (Vater) ausmacht. Gleichzeitig begünstigen Selbstzweifel, Schuldgefühle sowie die Schwierigkeiten und Unsicherheiten in der Elternrolle das Aufkommen von Drogenverlangen und bilden einen wesentlichen Aspekt der Rückfallprophylaxe. Die Kinder drogenabhängiger Eltern werden oft funktionalisiert. Sie bekommen kaum Orientierung durch die Eltern, das Bindungsverhalten ist gestört, Interaktionen laufen sehr kurz, nicht der Situation angemessen und nicht kindgerecht. Die Kinder erleben die suchtbedingten Stimmungsschwankungen ihrer Eltern als unberechenbar und entbehren oftmals emotionale Zuverlässigkeit. Dies schränkt eine altersgemäße Entwicklung zu einer selbstbewussten, charakterfesten Persönlichkeit ein. Wie in der Literatur beschrieben wird Suchtverhalten häufig über die Generationsfolge an Kinder weitergegeben. Für unsere Arbeit bedeutet das eine Stärkung der Eltern und Unterstützungsangebote für die Aufgabenbewältigung in der Erziehung anzubieten, den Umgang mit Suchtmitteln in der Erziehung kritisch zu sehen und dies beurteilen zu lernen. Für die Kinder bedeutet es über eine positive, emotional verlässliche Eltern-Kind- Beziehung von den Eltern Unterstützung bei der Entwicklung zu einer selbstbewussten und verantwortungsvollen Persönlichkeit zu erhalten. Um sich dieser komplexen Problematik zu stellen und für die Eltern ein angemessenes Angebot zu entwickeln wurde zuerst für die Risikogruppen-orientierte Zielgruppe ein strukturierter Beobachtungsbogen entwickelt, der das Interaktionsverhalten der drogenabhängigen Eltern mit ihren Kindern untersucht. Darüber hinaus wurde ein Fragebogen zur Evaluierung des Erlebens der Elternschaft, des Erziehungsverhaltens, der Erziehungsziele sowie die Schwierigkeiten in der Erziehung erhoben. Die Befragung bestätigte, dass sich drogenabhängige Eltern in hohem Maße in ihrer Elternidentität verunsichert fühlen und 73 % der befragten Eltern sehen einen Zusammenhang zwischen bestehenden schwierigen Erziehungsaufgaben und einer Rückfallgefahr. Aufgrund der Ergebnisse wurde ein Gruppenangebot entwickelt mit folgender Zielsetzung:
Das Gruppenangebot wird in der Einrichtung seit 1998 angeboten von den drogenabhängigen Eltern sehr gut angenommen. |
| zurück zur Homepage |
|