| Kooperationspartner:
Fachgruppe
für vernetzte Prävention. Kooperationsprojekt der Fachstelle für
Suchtprävention, Kreisjugendförderung, AWO Beratungsstelle und die Träger
präventiver Angebote für Jugendliche im Werra-Meißner-Kreis
Module zur Kompetenzförderung für
Schülerinnen und Schüler der 5. – 6. Klasse
In der
Fachgruppe für vernetzte Prävention arbeiten mit der Fachstelle für
Suchtprävention, der Kreisjugendförderung, der AWO Beratungsstelle und mit
Allerleirau die Träger präventiver Angebote für Jugendliche im
Werra-Meißner-Kreises zusammen. Begleitet wird die Arbeit durch die
Präventionslehrerin beim Staatlichen Schulamt. Ausgehend von gemeinsamen
Grundlagen in der Präventionsarbeit, der Persönlichkeitsentwicklung, der
Stärkung der Lebenskompetenzen sowie sozialem Lernen wurden Angebote vernetzt
und ein inhaltlich aufeinander abgestimmtes sucht- und gewaltpräventives
Projekt für die Arbeit mit Schülern der Jahrgangsstufe 5 und 6 mit einer Laufzeit
von zwei Jahren entwickelt.
Präventionsarbeit
verstehen die Träger als eine pädagogische Aufgabe mit dem Ziel, Kinder in
ihrer Entwicklung zu unterstützen und kontinuierlich zu begleiten. Soziales
Lernen, die Förderung von Lebens- und Alltagskompetenzen sowie die Stärkung
einer selbstbestimmten Persönlichkeit stehen dabei im Vordergrund. Auf diese
Weise kann möglichen Gefahren und Problemverhalten vorgebeugt und
entgegengewirkt werden.
Um
Phänomenen wie Gewalt, Drogen und Sucht, ungewollter Schwangerschaft, sexuellem
Missbrauch oder Rassismus wirkungsvoll begegnen zu können, sind dauerhafte und
verlässliche Kooperationsformen und Netzwerke zwischen Schulen, Einrichtungen
der Jugendhilfe und Beratungsstellen notwendig. Unter dem
Aspekt der Nachhaltigkeit beinhaltet das Projektkontinuierliche Angebote über einen Zeitraum
von zwei Schuljahren für Lehrerinnen, Schülerinnen und deren Eltern.
Als
Zielgruppe wurde bewusst die Jahrgangsstufe 5/6 mit ihren Besonderheiten,
insbesondere mit dem Übergang von der Grundschule zu weiterführenden
Schulformen und der damit verbundenen Neuorientierung ausgewählt. Im Sinne
einer ganzheitlichen Ausrichtung greifen die vielfältigen Angebote die
zentralen Themen dieser Entwicklungsphase wie Pubertät Abnabelung vom Elternhaus
und die Stellung in der PeerGroup auf.
Bausteine des Projektes:
Klassenfindungstage Zu Beginn
eines jeden Schuljahres ein dreitägiges externes Seminar zur Entwicklung einer
Klassenkultur und zu individuellen Stärken. Ziele: Die
Schüler sollen sich außerhalb der Schule kennen lernen, ihre soziale Kompetenz
erweitern und lernen, Konflikte kooperativ zu lösen. Inhalte:
Vertrauen in der Klasse aufbauen, Sensibilisierung für Gruppenprozesse
Gruppenfindung und Kooperationsfähigkeit
Aktionstage zur Entwicklung von
Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen Ziele:
Strategien zur Deeskalation und Konfliktlösung, Reflexion und Stärkung der
individuellen Konfliktfähigkeit, Sensibilisierung der Wahrnehmung für
entstehende Konfliktsituationen und Entwicklung von individuellen und
kollektiven Strategien im Umgang mit Konflikten. Inhalte:
Dynamik von Konflikten und Kommunikation, Selbstbehauptungstraining, Übungen
zur Selbst- und Fremdwahrnehmung.
„Was hält unser Leben im
Gleichgewicht?" - Ein zweitägiges Modul zur Suchtprävention Ziele: Die
Schüler lernen unterschiedliche Suchtformen, Definitionen von Sucht,
Suchtverlauf und –dynamik kennen. Darauf aufbauend setzen sie sich mit
Möglichkeiten der Suchtvorbeugung auseinander. Suchtmittelspezifisch geht es um
die Auseinandersetzung mit Alkholkonsum und –missbrauch. Inhalte:
Interaktive Übungen zum Thema, der „Suchtsack", Übungen mit den sog.
Rauschbrillen und das Herstellen von alkoholfreien Drinks.
„Gewalt hat viele Gesichter"
Modul zur Prävention von (sexualisierter) Gewalt Ziele:
Erkennen der verschiedenen Formen von Gewalt, Reflexion der Umgangsweisen
zwischen Mädchen und Jungen, Stärkung des Selbstwertgefühls bei Mädchen und
Jungen Inhalte: Definition von Gewalt, Geschlechterrollen, Umgang mit Grenzen
bei sich und anderen, Information über Beratungs- und Unterstützungsangebote
Ein sexualpädagogisches Modul Ziele:
Altersgemäßer Wissensstand über anatomische Zusammenhänge, Wahrnehmung von
Grenzen bei sich und anderen, Stärkung einer eigenen und verantwortlichen
Geschlechtsrollenidentität und Dialog zwischen Mädchen und Jungen. Inhalte:
Körperwahrnehmung, Geschlechterrollen (Identitätsfindung), Körperabläufe
Vorstellungen von Liebe und Sexualität
„Allgemeine Lebenskompetenzen und
Fertigkeiten" (ALF), ein kontinuierliches Unterrichtsprogramm durch die Klassenlehrer. ALF
ist ein anerkanntes und evaluiertes Lebenskompetenzprogramm des IFT in München
und speziell für die Klassenstufe 5 und 6 entwickelt (sh. Anhang). Die Lehrer
wurden in einer Multiplikatorenfortbildung zur Durchführung des Programms
geschult.
Elternarbeit Anlässlich
aller Module wurden Elternabende durchgeführt.
„I am a star" - Ein
medienpädagogisches Projekt für Schüler und Eltern Die
Schülerinnen und Schüler nehmen an einem zweitägigen medienpädagogischen
Workshop teil. Neben den Grundlagen von Datenverarbeitung und dem Umgang mit
Windows lernen die Schüler ein Bildbearbeitungsprogramm und den Umgang damit
kennen. Darauf aufbauend wird versucht, das Projektmotto „I am a star" am
PC umzusetzen. Dabei findet eine Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und
Schwächen statt, die in einer Fotomontage am PC veranschaulicht wird.
Task-Force – Professionelle
Unterstützung in Krisensituationen Dieser
Terminus einer „Mobilen Eingreiftruppe" beschreibt die Bereitschaft aller
beteiligten Träger, auf besondere Vorkommnisse in den Klassen spontan, flexibel
und mit Priorität zu reagieren.
Die
Karlheinz-Böhm Schule Waldkappel und die Fachgruppe für vernetzte Prävention
sind die aktuellen Kooperationspartner. Diese Kooperation wurde langfristig
vorbereitet und mit Beginn des Schuljahres 2004/2005 begonnen. Die Lehrerinnen
wurden inhaltlich und methodisch vorbereitet und während des Projektes fachlich
begleitet. Für die Eltern fandschon am
Übergang von der vierten zur fünften Klasse der erste Elternabend zum Projekt
statt. Es soll
eine Implementierung im Landkreis erreicht werden. Weitere Schulen sollen angeregt
werden, ihre Jahrgangsstufen 5/6- mit entsprechenden Angeboten zu ergänzen und
sich der präventiven Ressourcen im Kreis zu bedienen. Derzeit stehen wir mit
weiteren Schulen in Verhandlung.
Ziel ist auch,
die Vernetzung vorhandener Beratungsstellen und Jugendhilfeeinrichtungen, die
im Bereich der Prävention arbeiten, voranzutreiben und damit eine Bündelung ganzheitlicher
Angebote zu schaffen.
Mit
Unterstützung der Bürgerstiftung Werra-Meißner und des Projektes Lernende
Regionen. |