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In Hessen wirken über 600 Selbsthilfe- und Abstinenzgruppen der in der Hessischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren zusammengeschlossenen Verbände. Ihre Anzahl hat sich in den letzten Jahren enorm vergrößert. Hinzu kommen noch etwa 200 Gruppen der Anonymen Alkoholiker und sonstige Selbsthilfegruppen im Suchtbereich. Die Selbsthilfe- und Abstinenzgruppen erfüllen Aufgaben der Vor- und Nachsorge und bieten ambulante Hilfe für diejenigen Suchtkranken an, die aus eigener Einsicht und ohne stationäre Behandlung ihre Abhängigkeit überwinden wollen.

Für die Betroffenen bietet die Gruppe in erster Linie „Schutzraum“ für die krankheitsbedingt notwendige suchtmittelfreie Lebensweise und damit die Chance für eine positive Persönlichkeitsentwicklung. Die Rehabilitation als Abschluß der Behandlung ist hier optimal gegeben.

Für die Familie der Betroffenen bietet die Gruppe Erfahrungsaustausch, Freundeskreis, Trainingsfeld für Lebensprobleme durch diverse Angebote von Familienfreizeiten, Gesprächen usw.

Für die Gesellschaft bedeuten die Selbsthilfe- und Abstinenzgruppen ein Potential, das dem steigenden Suchtmittelmißbrauch und den damit verbundenen Gefahren entgegenwirkt.

Die Adressen der lokalen Selbsthilfegruppen können in der Adressdatenbank dieser Homepage abgerufen werden.
Im Adressenhandbuch der Hessischen Landesstelle sind ebenfalls alle Adressen der lokalen Selbsthilfegruppen aufgeführt.

Die Sucht-Selbsthilfeorganisationen in Hessen

1. Blaues Kreuz in Deutschland e.V. (BK)

Das Werk des Blauen Kreuzes entstand 1877 in Genf. Einer der Begründer war Pfarrer Rochat. Durch seine seelsorgerische Arbeit war ihm die Not alkoholkranker Menschen besonders vertraut. Das Blaue Kreuz sieht seine Aufgabe darin, auf der Grundlage des Evangeliums von Jesus Christus Suchtgefährdeten – vor allem Alkoholabhängigen – und ihren Angehörigen umfassend zu helfen. Es arbeitet überkonfessionell. Seine Bestrebungen sind, dem Mißbrauch des Alkohols und anderer Suchtmittel auch in der Öffentlichkeit entgegenzuwirken und der Suchtgefährdung vorzubeugen.

Schon bald nach seiner Gründung verbreitete sich das Blaue Kreuz auch über Deutschland (seit 1885). Sein Verbreitungsgebiet lag vor allem in Ost- und Norddeutschland und in Westfalen. In seiner Ursprungsform bezeichneten sich die Blaukreuzler als „Mäßigkeitsverein zur Rettung Trunksüchtiger“.

Kontakt: Blaues Kreuz in Deutschland e.V., Landesverband Hessen, Bergstraße 8, 35415 Pohlheim, Tel. (0 64 04) 28 22

2. Das Blaue Kreuz in der evangelischen Kirche (BKE)

Aus dem Blauen Kreuz in Deutschland entwickelte sich vor mehr als 80 Jahren das Blaue Kreuz in der evangelischen Kirche. Seither gibt es in Deutschland das Blaue Kreuz in Deutschland und das Blaue Kreuz in der evangelischen Kirche. In Hessen arbeiten bisher lediglich die Ortsvereine Braunfels und Wetzlar.

Kontakt: Blaues Kreuz in der evangelischen Kirche e.V., Tel. (0 64 46) 13 56

3. Freundeskreise (FK)

Die Freundeskreise für Suchtkranke und deren Angehörige sind den beiden Diakonischen Werken in Kurhessen-Waldeck (Kassel) und in Hessen und Nassau (Frankfurt am Main) angeschlossen.

Die Freundeskreise arbeiten als Selbsthilfegruppen und erfüllen Aufgaben in der Suchtkrankenhilfe, die von der öffentlichen Gesundheits- und Sozialpolitik auch in unserem modernen Sozialstaat nicht oder nur unzureichend wahrgenommen werden können. Sie organisieren die Selbsthilfe von Menschen, die von Suchtmitteln wie Alkohol und Medikamenten abhängig waren oder sind und unterstützen deren Angehörige. Es entspricht dem Grundgedanken der Selbsthilfe, daß sie von ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen geleistet wird, die selbst zu den Suchtkranken oder deren Angehörigen zählen. Die Freundeskreise gehören heute zu den großen, öffentlich anerkannten Einrichtungen der Suchthilfe in der Bundesrepublik Deutschland. Sie stehen jedem Suchtkranken offen, unabhängig von religiöser oder weltanschaulicher Bindung und sozialer Herkunft.

Kontakt: Arbeitsgemeinschaft der Freundeskreise in Hessen und Nassau e.V.,
Lindenstraße 4, 61209 Echzell, Tel. (0 60 08) 79 00 oder
Diakonisches Werk Kurhessen-Waldeck e.V., SD III Suchthilfe, Postfach 10 10 07,
34010 Kassel, Tel. (05 61) 10 95-1 24

4. Guttempler-Orden (GO)

Der Guttempler-Orden wirkt den Alkoholgefahren entgegen, hilft den Alkoholgefährdeten und bietet suchtgebundenen Menschen seine Hilfe an. Er lehnt den medizinisch nicht begründeten Gebrauch abhängigmachender und persönlichkeitsverändernder Drogen und Suchtmittel ab und klärt über die Gefahren auf. Das Angebot bezieht sich besonders auf Hilfeleistung gegenüber alkoholkranken und alkoholgefährdeten Mitmenschen.

Der Guttempler-Orden ist religiös, weltanschaulich und politisch nicht gebunden. Zu seinen Grundsätzen gehört die unbedingte alkoholfreie Lebensweise, die Gleichberechtigung aller Menschen und die Forderung nach Brüderlichkeit und Frieden.

So finden wir im Guttempler-Orden auch Menschen ohne Suchtproblematik, die aus innerer Überzeugung und sozialer Verantwortung heraus die alkoholfreie Lebensweise bevorzugen.

Den Guttempler-Orden gibt es heute in 45 Ländern auf allen Kontinenten. In Deutschland ist er seit 1889 vertreten. Die internationale Organisation der Guttempler beschäftigt sich mit dem Thema Alkoholismus seit der Gründung im Jahr 1851 in Amerika.

Kontakt: Deutscher Guttempler-Orden, Distrikt Hessen e.V., Metzlerstraße 34, 60594 Frankfurt, Tel. (0 69) 61 99 03 49

5. Kreuzbund (KB)

Der Kreuzbund ist eine Selbsthilfeorganisation und Helfergemeinschaft für Suchtkranke, die 1896 aus der katholischen Kirche entstanden ist. Er ist in Diözesanverbände und Ortsgruppen untergliedert. Auf Stadt- und Kreisebene sind die Kreuzbundgruppen zu Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossen.

Vielerorts werden für Akutkranke regelmäßige Kreuzbund-lnformationsgruppen angeboten. Bei Notwendigkeit werden Behandlungsbedürftige an die Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstellen der Caritas zur Einleitung einer ambulanten oder stationären Behandlung vermittelt.

Nach der persönlichen Stabilisierung (wovon eine Voraussetzung die Abstinenz ist) werden die Mitglieder des Kreuzbundes ermuntert, sich als freiwillige Helfer, als „Weggefährte“ zur Verfügung zu stellen. Hierfür bietet der Kreuzbund regelmäßige Schulungen an.

Die Kreuzbundgruppen in Hessen sind zusammen mit den Beratungsstellen der Caritasverbände in Hessen, der Fachklinik Schloß Falkenhof Bensheim und den Übergangswohngruppen Darmstadt, Fulda, Heppenheim und Rüsselsheim in der Katholischen Arbeitsgemeinschaft gegen die Suchtgefahren (KASH) zusammengeschlossen. Der Kreuzbund versteht sich als gleichberechtigtes Glied in der Behandlungskette mit der Beratungsstelle und der Fachklinik. Die im Einzugsbereich einer Beratungsstelle bestehenden Kreuzbundgruppen arbeiten eng mit den therapeutischen Mitarbeitern der Beratungsstelle zusammen.

Kontakt: Kreuzbund Diözesanverband Mainz, Heppenheimer Straße 105a,
65428 Rüsselsheim, Tel. (0 61 42) 3 18 25 oder
Kreuzbund Diözesanverband Fulda, Ethil Str. 6, 36043 Fulda, Tel. (06 61) 4 12 59 oder
Kreuzbund Diözesanverband Limburg, Ben-Gurion-Ring 24, 60437 Frankfurt;
Tel. (0 69) 508 304 64

6. Deutsches Rotes Kreuz (DRK)

Selbsthilfe entsteht immer dort, wo Menschen in Not sind und ihre Situation aus eigener Kraft in einer Gemeinschaft meistern. In den Suchtselbsthilfegruppen in ganz Deutschland treffen sich über 10.000 betroffene Menschen unter dem Dach des Deutschen Roten Kreuzes. In Hessen sind es sieben Suchtselbsthilfegruppen, die sich zurzeit noch auf das Gebiet des Odenwaldkreises beschränken. Gegründet 1990, bieten sie Angebote für Menschen mit Ess-Störungen, Menschen mit Alkohol- und Medikamentenproblemen, Eltern und Angehörige von Suchtkranken, Menschen mit Drogenproblemen sowie für Patienten mit Suchtproblemen im Krankenhaus. Ein Sorgentelefon für Angehörige von Suchtkranken an Sonn- und Feiertagen, das rund um die Uhr besetzt ist, rundet das Hilfeangebot ab.

Kontakt: Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Odenwaldkreis, lligstraße 11, 64711 Erbach
Tel. (0 60 62) 6 07 96, E-Mail: drk.odw@t-online.de

7. Anonyme Alkoholiker (AA)

Die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker entstand in den USA. 1939 wurde das Buch „Alcoholics Anonymus“ mit dem „12-Schritte-Programm“ veröffentlicht, das den Weg beschreibt, wie Alkoholiker gesunden können. 1953 traf sich die erste Gruppe in Deutschland. Die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker verbindet sich nicht mit Institutionen oder Personen, erhält sich nur durch eigene Spenden und beteiligt sich nicht an öffentlichen Debatten, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren.

Kontakt: AA, Gemeinsames Dienstbüro, Postfach 46 02 27, 80910 München, Tel. (0 89) 3 16 43 43

8. Al-Anon Familiengruppen

Die Al-Anon Familiengruppen bieten ein Selbsthilfeprogramm speziell für Familien und Freunde von Alkoholikern. Sie sind eine eigene, von den Anonymen Alkoholikern unabhängige Gemeinschaft, arbeiten aber, wo immer möglich, mit ihnen zusammen. Das Angebot von „Alateen“, einem Teil von Al-Anon, richtet sich an jüngere Angehörige und Freunde von Alkoholikern. „Al-Anon Erwachsene Kinder von Alkoholikern“ bietet Erwachsenen Hilfe, die in einem Elternhaus aufgewachsen sind, in dem der Alkoholismus regierte.

Kontakt: Al-Anon Familiengruppen, Zentrales Dienstbüro, Emilenstraße 4, 45128 Essen,
Tel. (02 01) 77 30 07

9. Narcotics Anonymous (NA)

ist eine Selbsthilfegemeinschaft von Süchtigen und für Süchtige, die sich gegenseitig helfen, ohne Drogen zu leben. Die einzige Voraussetzung für die Zugehörigkeit ist der Wunsch, mit dem Drogennehmen aufzuhören.

Kontakt: Narcotics Anonymous, Gebiet Mitte, Postfach 10 16 62, 60016 Frankfurt.

10. Suchthilfe Hof Fleckenbühl

Die Suchthilfe Hof Fleckenbühl ist eine aus der SYNANON Gemeinschaft hervorgegangene, inzwischen völlig unabhängige Selbsthilfegemeinschaft, in der z.Zt. 140 süchtige Erwachsene (und 17 Kinder) zusammen leben, wohnen und arbeiten. Zur Suchthilfe Fleckenbühl kann jeder kommen, es gibt keine Warteliste und eine Kostenzusage wird nicht benötigt. Auch Paare, süchtige Mütter und Väter mit ihren Kindern können kommen. Es gibt keine zeitliche Begrenzung der Aufenthaltsdauer.

Kontakt: Suchthilfe Hof Fleckenbühl, 35091 Cölbe, Telefon: 06427-9221-0

11. Elternkreise

Eltern von drogengefährdeten oder -abhängigen Kindern und Jugendlichen sind oft in ihrem Selbstwertgefühl und in ihren sozialen Beziehungen tief gestört, weil weithin an gedankenlosen, menschenunwürdigen Vorurteilen gegenüber Suchtkranken und deren Familien festgehalten wird. Sie leiden nicht nur unter Selbstvorwürfen wegen vermeintlicher Erziehungsfehler, nicht nur unter der Ratlosigkeit in ihrem Verhalten gegenüber dem abhängigen Sohn bzw. Tochter, sondern außerdem auch unter der Isolierung und Beschuldigung von Seiten der Verwandten und Freunde, Nachbarn und Kollegen.

Aus dieser Notsituation heraus haben sich betroffene Eltern zu Elternkreisen zusammengeschlossen. Sie kommen regelmäßig zum Erfahrungsaustausch oder zur Weiterbildung zusammen. Die Gemeinschaft mit verständnisvollen Gesprächspartnern hilft, die eigene Unsicherheit zu überwinden und eine positive Lebenseinstellung zu finden, die das Leben wieder lebenswert macht.

Elternkreise arbeiten mit Fachinstitutionen, Behörden, Fachleuten und mit anderen Elternkreisen zusammen. In ihrer Öffentlichkeitsarbeit wirken sie der allgemeinen Gleichgültigkeit entgegen. Daß in unendlich langen Jahren alleinstehende Mütter, Eltern oder Familien nicht zerbrochen sind, ist auch ein Verdienst der Elternkreisarbeit. Viele ehemalige Drogenkonsumenten, die seit Jahren drogenfrei leben, pflegen gute Kontakte zu ihren Eltern.

Kontakt: Bundesverband der Elternkreise drogengefährdeter und drogenabhängiger Jugendlicher e.V., Herzbergstraße 82, 10365 Berlin, Tel. (0 30) 55 67 02-0

12. Overeaters Anonymous (OA)

Die Overeaters Anonymous sind Menschen mit Eßstörungen verschiedener Art: Eßsüchtige, Eß-Brechsüchtige, Magersüchtige, die ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander teilen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen und denen, die noch leiden, zur Genesung vom zwanghaften Umgang mit dem Essen zu verhelfen.

Kontakt über: Overeaters Anonymous, Infotelefon (04 21) 2 59 41

13. Anonyme Spieler (GA)

Das wichtigste Anliegen der Anonymen Spieler ist, mit dem Spielen aufzuhören und anderen süchtigen Spielern zu helfen, es auch zu schaffen. Dazu gehört das Eingeständnis, die Fähigkeit verloren zu haben, kontrolliert zu spielen und diese auch niemals wiedererlangen zu können. Wie alle Gruppen, deren Name das Wort „Anonym“ enthält, haben auch die Anonymen Spieler viele Elemente von den AA übernommen, so auch das 12-Schritte-Genesungsprogramm.

Kontakt: Anonyme Spieler, GA-Kontaktstelle, Region: Frankfurt – Mitte, Rosenweg 5, 65760 Eschborn

14. Anonyme Co-Abhängige und Beziehungssüchtige (CoDA)

CoDA wendet sich an Personen, deren gemeinsames Problem die Unfähigkeit ist, gesunde Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten. Als Co-Abhängigkeit werden Beziehungsstörungen definiert, in denen andere Menschen als einzige Quelle der eigenen Identität und des Wohlbefindens benutzt werden. Eine Beziehungssucht liegt laut CoDa bei Menschen vor, die die Neigung haben, in einer Art und Weise an Beziehungen festzuhalten, die offensichtlich schadet, oder wenn sie Partnerschaften häufig und unreflektiert wechseln.”

Kontakt: CoDa, Krippfeldstraße 4, 82110 Germering, Tel. (0 89) 8 41 88 72

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