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Methadonsubstitution in Hessen
In Hessen dürfen etwa 200 ÄrztInnen – darunter 84 Prozent AllgemeinmedizinerInnen – Methadon verabreichen. Ein Teil von ihnen arbeitet in den 22 Substitutionsambulanzen und versorgt 1200 Menschen. Die hessischen Substitutionsambulanzen sind integrierte medico-psycho-soziale Einrichtungen, in denen neben der medizinischen Verabreichung des Methadons und einer allgemeinen medizinischen Versorgung auch die psychosoziale Begleitung der KlientInnen gewährleistet ist. Der weitaus größte Teil des Methadons wird in Hessen jedoch von ca. 160 niedergelassenen ÄrztInnen an ca. 2800 PatientInnen verabreicht.
Die meisten substituierten Personen sind Männer, der Frauenanteil schwankt regional zwischen 28 und 40 Prozent. Im Durchschnitt sind die Patienten dreißig Jahre alt und seit zehn Jahren heroinabhängig. 80 Prozent sind erwerbslos. Davon bestreiten 51,1 Prozent den Lebensunterhalt durch Sozialhilfe. Gut die Hälfte der Patienten hat einen oder mehrere erfolglose Versuche unternommen, über eine Entwöhnungsbehandlung zur Abstinenz zu gelangen.
Gravierende Mängel gibt es aus Sicht der HLS insbesondere bei der psychosozialen Betreuung. Obwohl im Hessischen Rahmenvertrag zur Substitutionsbehandlung ausgeführt ist, daß es unabdingbar ist, die Substitutionsbehandlung durch die psychosoziale Betreuung zu ergänzen, wird nur die medizinische Verabreichung von Methadon durch die Krankenkassen finanziert. Sowohl für die psychosoziale Begleitung der PatientInnen als auch für Kooperationsgespräche zwischen MedizinerInnen und sozialen Einrichtungen stehen kaum Finanzmittel zur Verfügung. Diese Situation führt zu hohen Reibungsverlusten in der Zusammenarbeit der mit der Substitution betrauten Stellen: den substituierenden niedergelassenen Ärzten, dem betreuenden Personal in den Ambulanzen, den Wohngemeinschaften, den Arbeitsprojekten sowie den Sucht- und Drogenberatungsstellen. Die in weiten Teilen nicht vorhandene psychosoziale Begleitung erschwert das Ziel, für die PatientInnen eine anhaltende Verbesserung der Lebenssituation der Klienten zu erreichen, beträchtlich . Im Frühjahr 2001 hat die HLS eine Stellungnahme zur Praxis und Qualität der Substitutionsbehandlung opiatabhängiger Menschen in Hessen verfaßt.
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