Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

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Daten und Fakten: Kosten durch Suchtmittelkonsum

Im Jahr 2008 wurde mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Essen eine Studie mit dem Ziel durchgeführt, erstmals eine umfassende Schätzung der direkten (gekennzeichneten und nicht-gekennzeichneten) Ausgaben der öffentlichen Haushalte und der Sozialversicherungsträger mit Bezug zu illegalen Drogen für das Jahr 2006 vorzunehmen (Mostardt et al. 2010).

Addiert man die identifizierten und errechneten Ausgaben auf, ergibt sich für das Referenzjahr 2006 ein Intervall zwischen 5,2 und 6,1 Mrd. EUR an öffentlichen Ausgaben für den Bereich illegaler Drogen, die sich folgendermaßen aufteilen:

  1. Der Anteil der Deutschen Rentenversicherung in Form von Ausgaben für medizinische Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie Renten wegen Erwerbsminderung betrug etwa 172 Mio. EUR.
  2. Die Hochrechnung der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Medikation, Krankenhausaufenthalte, Rehabilitationen usw. belief sich auf 1,4 Mrd. EUR.
  3. Auf Ebene der Gebietskörperschaften konnte ein Betrag zwischen 3,6 und 4,5 Mrd. EUR ermittelt werden, der für die Prävention und Minderung der Folgen des Drogenproblems in Form von Präventions-, Interventions- und Repressionsmaßnahmen ausgegeben wurde.

Ein großer Anteil der ermittelten Ausgaben (> 65%) ist dem Funktionsbereich "Öffentliche Sicherheit und Ordnung" zuzurechnen. Ausgaben für die Funktionen "Gesundheit" und "Soziale Sicherung" machen einen wesentlich geringeren Anteil an den Gesamtausgaben aus.

Hier sind allerdings auch die größten Lücken in der Datensammlung zu finden. Für die Zukunft stellt sich aufgrund des großen Aufwands für die Datensammlung allerdings die Frage, ob und wie eine regelmäßige Aktualisierung der Ausgabenschätzung erfolgen kann.

(Quelle: Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD): Bericht 2010 des nationalen REITOX-Knotenpunktes an die EBDD, S.29.)

Kosten zur Versorgung Suchtkranker

Kosten Deutschland Hessen Quelle
Kosten pro Tag in einer Langzeittherapie 105,00 € Auskunft hessische Fachklinik (Dez. 2010)
Kosten je Hafttag im Justizvollzug (2005, inkl. Baukostenanteil) 104,87 € Justizvollzug in Zahlen (2005). Wiesbaden: Hessisches Ministerium der Justiz
Kosten pro Pflegetag im Krankenhaus (2000) 309 € Statistisches Bundesamt, Auszug aus Wirtschaft & Statistik 5/2002
Körperlicher Alkoholentzug Kosten pro Behandlungsfall (Fallpauschale) im Krankenhaus (2010) max. 10 Tage 2.100 €
Krankenhauskosten wegen alkohol- und tabakassoziierten Diagnosen 5 Mrd. € John, U. & Hanke, M. (2003): Tabak- und alkohol-attributable stationäre Behandlungen. In Dtsch Med Wochenschr 128: 1387-1390
Krankenhauskosten Berlin 2004, Behandlung von: Alkoholsucht, alkoholbedingter Leberzirrhose & Lungenkrebs Berlin: 73,7 Mio. € Gesundheitsberichtserstattung Berlin (2006): Alters- und geschlechtsspezifische Inanspruchnahme von Krankenhausbehandlungen in Berlin. Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz( Hg.)
Aufwendungen der Rentenversicherung für stationäre Entwöhnungsbehandlungen (2005) 21,59 Mio. € DRV-Hessen, Geschäftsbericht 2005
Aufwendungen der Rentenversicherung für stationäre Entwöhnungsbehandlungen, gesamt Bundesangabe steht aus
Aufwendung pro durchgeführter stationärer Entwöhnungsbehandlung (Ø) Bundesangabe steht aus
Aufwendungen für ambulante Beratungs- und Behandlungsstellen (2005) 264 Mio. € Deutsche Suchthilfestatistik (2006), Sucht 52, Sonderheft 1, S. 16
Aufwendungen für Maßnahmen der Suchthilfe (2003) – Frankfurt/Main Nur die Stadt Frankfurt/Main: 7,9 Mio. € Haushalt der Stadt Frankfurt 2005-2006 (Produktgruppe 19.5)
Aufwendungen für Maßnahmen der Suchthilfe (2004) - Hessen 6 Mio. € Haushalt des Landes Hessen für 2004, Kap. 08 29
Aufwendungen für Suchtprävention – Bund (2007) 8,74 Mio. € Auskunft erteilt durch: Bundesministerium für Gesundheit, Referat Drogen und Suchtmittelgebrauch am 25.06.2007

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