Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

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Digitale Lotsen

Entwicklung eines Curriculums, das die Grundlage für ein Qualifizierungsprogramm für die Suchthilfe/ Suchtprävention auf dem Gebiet der Digitalisierung bildet. Das Modellvorhaben wird durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Digitale Lotsen

Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen entwickelt mithilfe externer Expert*innen auf dem Gebiet der Digitalisierung (und Suchthilfe/ Suchtprävention) ein Curriculum, das die Grundlage für ein Qualifizierungsprogramm bildet.

Im Rahmen von bundesweit stattfindenden Fortbildungen sollen die Teilnehmenden befähigt werden, eine auf wissenschaftlichen Grundlagen begründete Haltung zu dem Thema Digitalisierung im Arbeitsfeld der Suchthilfe zu entwickeln und als „Digitale Lotsen“ daraus Handlungsansätze für die Praxis abzuleiten. Als Multiplikatoren sollen sie in ihren Einrichtungen für die Thematik sensibilisieren. Dadurch wird das System der Suchthilfe unterstützt, die durch den digitalen Wandel erforderlichen Erneuerungsprozesse von Strukturen und Angeboten aktiv mitzugestalten.

Das Modellvorhaben ist seit April 2019 am Start, auf die Dauer von 24 Monate angelegt und wird durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Nach Ende einer Pilotphase wird angestrebt, das Qualifizierungsprogramm in den Bundesländern zu verbreiten.

Inhaltliche Schwerpunkte des Curriculums bilden vier Dimensionen der digitalen Transformation, mit denen sich Einrichtungsleitungen der Suchthilfe auseinandersetzen müssen:

  • Die Angebote der Suchthilfe
  • Die Suchthilfe als Organisation
  • Rechtliche Folgen
  • Ethische Aspekte

Der Aufbau des Curriculums erfolgte modulhaft.

Entsprechend dieser Themenschwerpunkte konnten die nachstehenden externen Experten gewonnen werden, die die fachliche Ausarbeitung des Curriculums übernehmen:

  • Christian Müller, Berater für Digitale Kommunikation, Digitalisierung und New Work in der Sozialen Arbeit und im B2B-Bereich,
  • Hendrik Epe, Berater sozialer Organisationen bei Veränderungsprozessen,
  • Dr. Dominic Broy berät als Jurist der Rechtsinformatik Unternehmen bei der Digitalen Transformation hinsichtlich Datenschutz,
  • Dr. Dr. Andreas Bell hält Vorträge und Schulungen im interdisziplinären Feld Philosophie-Theologie-Medizin-Naturwissenschaften, Medizinethik und Ethik in der Suchtmedizin und
  • Ömer Atiker, Redner, Autor und Berater für Unternehmen auf dem Weg zur digitalen Transformation.

In der Praxis erfolgt die Vermittlung dieser Module mittels eines blended learning Qualifizierungsprogramms, welches sich aus fünf Elementen zusammensetzt: einer dreitägigen Präsenzschulung, einem Videokurs sowie drei begleitenden E-Learning Elementen. Die Inhalte des Programmes sind in einem Manual nachlesbar, das den Teilnehmenden in der Schulung ausgehändigt wird (print und digital).

Auf der Grundlage des Curriculums wurden bereits eine von insgesamt drei Pilotveranstaltungen ab Februar bis Juli 2020 in Neu-Ulm durchgeführt.

Coronabedingt mussten die zwei weiteren verschoben werden. Die Präsenzschulungen dieser Pilotveranstaltungen werden im Dezember 2020 in Hannover und Frankfurt, die anschließenden Webinare voraussichtlich Anfang 2021 durchgeführt.

Das blended Qualifizierungsprogramm umfasst 16 Zeitstunden plus Manual zum Curriculum. Der Ablauf gestaltet sich wie folgt:

1.            E-Learning-Element ca. 2 Wochen vor der dreitägigen Präsenzschulung (1 Stunde)

2.            Dreitägige Präsenzschulung (13 Stunden)

3.            Videokurs (12 x ca. 3 Min) Diesen finden Sie im nebenstehenden Kasten

4.            E-Learning- Element ca. 4 Wochen nach der dreitägigen Präsenzschulung (1 Stunde)

5.            E-Learning- Element ca. 12 Wochen nach der dreitägigen Präsenzschulung (1 Stunde)

Das gesamte blended Qualifizierungsprogramm erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. fünf Monaten.

Da das Qualifizierungsprogramm zum Ziel hat, dass die Teilnehmenden als „Digitale Lotsen“ in ihren Einrichtungen fungieren sollen, werden die Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum beraten und begleitet.

Die Veranstaltungen werden begleitend evaluiert. Im Anschluss an die Pilot-Phase ist die Skalierung in die Bundesländer geplant.

Fachgespräch im Rahmen von Digitale Lotsen im Januar 2020 in Essen

Auf Initiative der AG Suchthilfe der Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) und mit Finanzierung des Bundesgesundheitsministeriums haben sich im Januar 2020 in Essen 21 Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen der Suchthilfe (Verwaltung, Träger, Verbände, Fachverbände) mit Wissenschaftlern zu einem Fachgespräch getroffen. Ziel war die Verständigung über Bedingungen, die für eine gelingende Bewältigung des digitalen Wandels benötigt werden, und welche grundlegenden Aspekte dabei zu beachten sind. Das Fachgespräch fand im Rahmen des Bundesmodellprojektes „Digitale Lotsen“ statt.

Die „Essener Leitgedanken“, als Ergebnis des Fachgesprächs, fassen thesenartig zusammen, wie die Suchthilfe gemeinsam mit den Verbänden und Leistungsträgern den digitalen Wandel für die Weiterentwicklung der Hilfeangebote nutzen kann. Das Papier kann damit erste Hinweise für Strategieentwicklungen sowohl auf einer übergeordneten Ebene als auch für die Träger vor Ort geben.

Wenn Sie mehr zum Modellprojekt wissen möchten, rufen Sie uns gerne an.

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