Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

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DigiKids

Lasst unsere Kinder smarter werden, als ihre phones!

Modellprojekt in Hessen: DigiKids sind smarter als ihr Phone

Frankfurt am Main, 1. Juni 2017  Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) und die Techniker Krankenkasse (TK) haben heute das Projekt „DigiKids“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein Medienkompetenz-Projekt, das bereits im Kindergarten ansetzt und in der Pilotregion Hessen im Rahmen eines Modellvorhabens ab sofort an den Start geht. Ziel ist es, Kinder zu befähigen, sich in digitalen Lebensräumen souverän zu bewegen, anstatt von ihnen beherrscht zu werden. Gleichzeitig beabsichtigt DigiKids, die Verbindung der Kinder zur analogen Welt zu erhalten, zu stärken und weiterzuentwickeln sowie Eltern und Pädagogen in diesen Prozess einzubinden.

„Kinder sollten in ihren ersten Lebensjahren keinen ungesteuerten Kontakt mit den digitalen Medien haben. Wir wissen aber, dass die Lebensrealität eine andere ist und Kinder sehr wohl oft zu früh mit digitalen Medien und dem Internet in Kontakt kommen“, sagt Thomas Holm, bei der TK Leiter für Gesundheitsförderung in Lebenswelten. „Wir wollen auch mit dieser Förderinitiative Folgen vorbeugen, die durch einen möglicherweise ungefilterten und zu hohen Medienkonsum entstehen können“, so der TK-Experte. DigiKids zeigt Kindern deshalb, wie sie digitale Medien nutzen können und auch, wie sie sich von ihnen abgrenzen können.

„Im Bereich der Prävention geht es darum, eine Balance zu finden zwischen 'On- und 'Offlinezeit' sowie zu lernen, in welchen Situationen es auf keinen Fall angemessen ist, gleichzeitig im Internet zu surfen. Zum Beispiel im persönlichen Zwiegespräch“, sagt Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der HLS in Frankfurt. Die Kooperationspartner sind sich einig: Eine gut ausgebildete Medienkompetenz ist die Basis für eine digitale Balance und ist in unserer modernen Gesellschaft inzwischen eine relevante Lebenskompetenz.

Das bietet DigiKids

Das Präventionsprojekt DigiKids läuft über vier Jahre und wird von Projektleiter Benjamin Wockenfuß wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Dem ganzheitlichen Ansatz wird das Modellvorhaben gerecht, indem es Eltern und Fachkräfte durch Webinare oder Workshops informiert und fortbildet. Die Workshops gehören zur DigiKids-Werkstatt und sind dreiteilig aufgebaut:

1.) Ein „Up-date“ als aktive Auseinandersetzung der Eltern und Fachkräfte mit dem Thema Medienerziehung,
2.) die DigiKids-Kinderwerkstatt, eine praktische Einheit mit den Kindern, die Apps auf Smartphone und/oder Tablet ausprobieren und mit denen zugleich die reale Welt erlebbar werden kann. Beispiel: Mit der App spielen die Kinder, wie sie Tiere auf dem Bauernhof versorgen. Direkt anschließend gehen sie mit ihrer Gruppe zum echten Bauernhof und erleben in der analogen Welt, was sie gerade am Bildschirm gespielt haben,
3.) In einer späteren „Come-together-Veranstaltung“ besprechen Kinder und Erwachsene, was sie erlebt und gelernt haben.

Die DigiKids-Kinderwerkstatt ist so aufgebaut, dass sie sich inhaltlich an den Interessen der jeweiligen Altersgruppe der Kinder oder Jugendlichen anpasst. Ausgerichtet ist das Projekt für Kids von 4 bis 14 Jahren. Infolge von Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte sind bereits Anfragen von hessischen Kindergärten und Schulen eingegangen, denen jetzt nachgekommen wird. Darüber hinaus ist DigiKids aktuell, mit interessanten Infos rund um Medienerziehung im Web, bei Facebook (www.facebook.com/DigiKidsHLS ) und bei Twitter (unter dem Namen @DigiKidsHLS) zu finden.

DigiKids macht eigenständig

DigiKids enthält zudem ein Multiplikatoren-Coaching, das es pädagogischen Fachkräften ermöglicht, die digitalen Kinderwerkstätten in Schulen und Kitas auch unabhängig von Projektleiter Wockenfuß durchzuführen. Der Social Media Manager und Suchttherapeut erarbeitet darüber hinaus für Eltern und Fachkräfte weitere Materialien, die sie bei Workshops und bei der Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen unterstützen. Das digitale Herzstück des Projektes ist die Website, über die Schulen, Kitas oder Eltern Kontakt aufnehmen können. Die Homepage ist derzeit noch im Aufbau und soll Mitte Juli abrufbar sein. Sobald die Internetseite online ist, wird sie ständig weiter entwickelt; sie dient dann dem Wissenstransfer und als E-Learning-Plattform.

Außerdem ist geplant ein Kinderbuch für Kindergarten- und Grundschulkinder zu entwickeln, mit dem bspw. Eltern oder Pädagogen das Thema Medienerziehung begleiten können. „Kinder brauchen den geschützten Rahmen, um sich im Bestimmen, also der Übernahme von Eigenverantwortung, zu üben. Bei allen digitalen Vorteilen, eines ist uns besonders wichtig: Im Augenkontakt zwischen Eltern und Kindern passt kein Handydisplay“, sagt Benjamin Wockenfuß, Projektleiter von DigiKids.

Materialien zur Suchtprävention

Weitere Materialien

05. Januar 2017 | 0,08 MB | 969

prev@Work Trainer/innen

Suchtprävention | herunterladen

Liste der prev@WORK Trianer/-innen (Stand: 11/16)

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