Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

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Hessische Landesstelle
für Suchtfragen e.V. (HLS)

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Landesprojekt Hessen

2008 wurden in Hessen im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages Fachberatungen für Glücksspielsucht eingerichtet, die spezielle Angebote für Menschen mit problematischem oder pathologischem Glücksspielverhalten und für deren Angehörige bereitstellen.

Präventions- und Beratungsangebote für Glücksspielsüchtige in Hessen erfolgreich installiert.

Wissenschaftliche Untersuchung bestätigt dem hessischen Hilfenetzwerk für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige hohe Kompetenz und erfolgreiche Arbeit.

In 2008 wurde in Hessen ein flächendeckendes Netzwerk von Fachberatungen für die Glücksspielsuchtprävention und -beratung eingerichtet und an bestehende Suchtberatungsstellen angegliedert. Die Finanzierung dieses Angebotes erfolgt im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV) über das Hessische Sozialministerium (HSM) und das Hessische Ministerium des Innern und für Sport (HMdIS).

Für die fachliche Steuerung, die landesbezogenen Aufgaben und den Kontakt zur Bundesebene ist eine zentrale Landeskoordination für Glücksspielsucht innerhalb der HLS zuständig. Zudem koordiniert, vernetzt und unterstützt sie die Arbeit der hessischen Fachberater/-innen für Glücksspielsucht.

Die Arbeit des hessischen Landesprojektes wurde in 2010 durch die Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich mbH (FOGS), Köln und das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) der Universität Hamburg evaluiert. Die hierzu notwendigen finanziellen Mittel stellten das Hessische Sozialministerium und das Hessische Ministerium des Innern und für Sport zur Verfügung.

Die Evaluation mit dem Titel "Erhebung von Ansätzen guter Praxis zur Prävention, Beratung und Behandlung von Glücksspielgefährdeten/-abhängigen in Hessen" beschreibt und analysiert die Umsetzung der Zielsetzung, Stärken und Schwächen des Landesprojektes.

Zahl der erreichten Glücksspieler/-innen konnte um ein Vielfaches gesteigert werden

Der Evaluationsbericht zeigt, dass im Rahmen des Landesprojektes die Zahl erreichter Glücksspieler/-innen um ein Vielfaches gesteigert werden konnte: seit 2006 um 255%, von 2008 zu 2009 um 53%. Die Suchtberatungsstellen mit einer Fachberatung für Glücksspielsucht betreuten im Jahr 2009 insgesamt 1.375 Klient/-innen, davon waren 1.196 selbst betroffene Glücksspieler/-innen und 179 Angehörige. Die in den Fachberatungen erreichten Glücksspieler/-innen sind zu 92% männlich und durchschnittlich 37 Jahre alt, 8% sind weiblich und im Schnitt acht Jahre älter als die männlichen Klienten.

Insgesamt wurde die Klientel in den letzten Jahren im Mittel etwa drei Jahre jünger. Dreiviertel der Glücksspieler/-innen haben die deutsche Staatsangehörigkeit und 30% haben einen familiären, weit überwiegend türkischen, Migrationshintergrund.

Große Zufriedenheit der Klient/-innen mit den Leistungen der Fachberatungen

Im Rahmen der Evaluation wurden Klient/-innen zu ihrer Zufriedenheit mit der Fachberatung und zu möglichen Effekten befragt. Die Klient/-innen vergeben insgesamt gute Bewertungen: 99% der Befragten sind zufrieden, dreiviertel sogar sehr zufrieden. Über 90% loben die einzelnen Angebote, insbesondere die persönliche und individuelle Beratung sowie die Erreichbarkeit, die Freundlichkeit, die Verlässlichkeit und die Kompetenz der Berater/-innen.

78% der befragten Klient/-innen berichten über positive Veränderungen ihrer Situation seit dem Besuch der Fachberatung für Glücksspielsucht. Unter den Effekten sticht vor allem das Erreichen von Spielfreiheit, mindestens jedoch eine Reduzierung des Spielens, heraus. Die Ergebnisse der Evaluation in dem Segment „Problemstatus zum Betreuungsende“ zeigen, dass 60% der Glücksspieler/-innen das Spielen aufgegeben oder zumindest ihr Spielverhalten gebessert haben.

Zielerwartungen erreicht

Die Ergebnisse der Evaluation belegen, dass es in hohem Maß gelungen ist, Klient/-innen mit glücksspielbezogenen Problemlagen zu erreichen und in den spezialisierten Fachstellen zu beraten. Die Aufgabe der Suchtprävention im Bereich Glücksspiel wurde durch die Publikation von Schriftmaterial und kreativen, zentral von der HLS organisierten und gesteuerten Öffentlichkeitsaktionen, die zu gleicher Zeit an allen Stand-orten der Fachberatungen durchgeführt wurden, hervorragend erfüllt.

Nach den Ergebnissen der Evaluation ist das Zusammenwirken von Angeboten in der Fläche, einer zentralen Landeskoordination und abgestimmter Öffentlichkeitsarbeit das zentrale Element des Erfolges bei der Projektumsetzung in Hessen.

Empfehlung der Wissenschaft

Die hessischen Fachberatungen für Glücksspielsucht sollten weitergeführt werden - angesiedelt an Suchtberatungsstellen und mit zentraler Unterstützung von Seiten der HLS.

Materialien zur Glücksspielsucht

Weitere Materialien
Adressenliste Fachberatungen Glücksspielsucht Hessen

15. Juni 2016 | 0,07 MB | 608

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