Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

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Drug-Checking kann Leben retten

Drogenkonsument*innen wissen in der Regel nicht, was sie konsumieren. Die erworbenen Substanzen sind häufig mit Stoffen verunreinigt, die stark gesundheitsgefährdend sind. Ein neues Bundesgesetz ermöglicht nun das Überprüfen von illegalen Drogen, auch Drug-Checking genannt. Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen begrüßt es, dass in Hessen bald kostenlose Drogen-Tests möglich sein sollen.

17.07.2023

Die Zahl der Todesfälle durch den Konsum illegaler Drogen stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. Allein in 2022 sind bundesweit 9 Prozent mehr Todesfälle zu verzeichnen als im Jahr 2021. Nicht jeder Konsum ist lebensbedrohlich, kann aber zu gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Die aktuell gehandelten Produkte auf dem Schwarzmarkt weisen eine unbekannte und stark schwankende Qualität auf und ihre Wirkstoffe variieren. Dadurch kommt es unvorhersehbar zu Überdosierung und starken Vergiftungen.

Häufig findet der Konsum von psychoaktiven Substanzen im Freizeitbereich, beim Party machen, ausgehen oder feiern statt. Aber auch außerhalb des Partysettings und des Nachtlebens werden legale und illegale Substanzen zur Entspannung oder Zerstreuung konsumiert. Freizeitdrogenkonsumierende stellen eine heterogene Gruppe dar. Sie sind sozial und beruflich zumeist gut integriert und für herkömmliche Beratungsangebote schwer erreichbar.

Das Überprüfen von Drogen ist daher sowohl bei den Gelegenheitskonsument*innen als auch bei den Drogenabhängigen eine Möglichkeit der Schadensregulierung. Ein Teil schwerwiegender psychischer Notfälle, Unfälle und Todesfälle könnte vermieden werden, wenn die Konsument*innen über mehr Informationen bezüglich der Produktqualität verfügten. Gleichzeitig bietet Drug-Checking eine gute Möglichkeit im direkten Kontakt zur Aufklärung unterschiedlicher Zielgruppen, vor allem über die Gefahren und Risiken des Konsums. Insbesondere vor dem Hintergrund einer sich verändernden Drogenpolitik sollte Drug-Checking in Hessen als ergänzendes Angebot in der Suchthilfe etabliert werden. Berlin und Thüringen machen es schon vor.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.