Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

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HaLT in Hessen

Seit Anfang dieses Jahrzehnts tritt das Phänomen des komatösen Rauschtrinkens unter Jugendlichen auch in Hessen vermehrt auf. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten sind viele Kommunen/Landkreise aktiv geworden.

Krankenhauseinweisungen hessischer Kinder und Jugendlicher unter 18 Jahren aufgrund von Alkoholintoxikation - Entwicklungen in Hessen

Quelle: Ergebnisse der Krankenhausstatistik, Teil Diagnosen, Hessisches Statistisches Landesamt, Wiesbaden, 2022.

Seit Anfang der zweitausender Jahre tritt das Rauschtrinkens unter Kindern und Jugendlichen auch in Hessen vermehrt auf: Die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen der unter 18-Jährigen hat sich innerhalb weniger Jahre fast verdoppelt. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten, sind viele Kommunen/Landkreise in der kommunalen Alkoholprävention aktiv geworden. Seit 2013 sind die Zahlen rückläufig. Die aktuellsten Zahlen aus 2020 zeigen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Verhalten der Jugendlichen. Die Krankenhauseinlieferungen haben sich fast halbiert. Es ist anzunehmen, dass diese Entwicklung auf die Einschränkungen von Festen und Partys zurückzuführen ist.

Hessenweite HaLT-Aktionswoche „Vorbild sein im Umgang mit Alkohol“

Vom 16. bis 20. Mai fanden im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol hessenweit Veranstaltungen des Alkoholpräventionsprogramms „HaLT- Hart am LimiT“ (HaLT) statt. Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) und die HaLT-Standorte in Hessen machten in dieser Woche auf das Thema „Vorbildverhalten im Umgang mit Alkohol“ aufmerksam machen.

Jährlich werden immer noch hunderte hessische Kinder und Jugendliche aufgrund von Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert. Auch wenn die Zahl von 920 im Jahr 2019 auf 524 im Jahr 2020 pandemiebedingt gesunken ist, zeigt sie dennoch, dass kommunale Alkoholprävention wichtig ist.

Besonders Eltern und Bezugspersonen haben Einfluss auf das Konsumverhalten ihrer Kinder. Ihnen kommt eine wichtige Vorbildfunktion zu, denn Kinder und Jugendliche ahmen das Verhalten der Erwachsenen nach. Darüber hinaus nehmen Kommunen, Vereine oder auch der Lebensmitteleinzelhandel eine Schlüsselrolle ein, indem sie durch gezielte Maßnahmen und Einhaltung des Jugendschutzes Einfluss auf den Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen nehmen können.

Ziel der HaLT-Aktionswoche ist es, Erwachsene und Kommunen für das Thema „Vorbildverhalten im Umgang mit Alkohol“ zu sensibilisieren und für ein positives Vorbildverhalten zu werben. Dazu werden während der Aktionswoche vielfältige Aktivitäten stattfinden: Plakat-Kampagnen, alkoholfreie Cocktailbars, Bodenzeitungen, Infostände und Gespräche mit kommunalen Entscheidungsträger*innen.

Außerdem werden hessenweit Passant*innen zu ihrer Vorbildrolle in Bezug auf Alkohol befragt. Über folgende Fragen soll die eigene Haltung zum Alkoholkonsum reflektiert werden:

-          „Was braucht es für eine Festkultur?“

-          „Wie wär‘s mit einem ZwiWa? (Zwischen-Wasser)“

-          „Wie feiern wir unsere Erfolge?“

-          „Was ist für mich Genusstrinken?“

Die Aktionswoche wird auf Social Media mit dem Hashtag #VorgemachtUndNachgemacht begleitet.

Mehr Infos zu den geplanten Aktionen der HaLT-Standorte finden Sie in unserer Pressemitteilung.

 

 

 

Das Landesprojekt "HaLT in Hessen"

Das Land Hessen unterstützt die Bemühungen der kommunalen Gebietskörperschaften seit 2011 . Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) wurde mit der Durchführung von „HaLT in Hessen“ beauftragt. Eine landesweite Projektkoordinierungsstelle in der HLS unterstützt die Aktivitäten vor Ort und sichert die Qualität des landesweiten Projektes. Fachliche Kooperationspartner*innen vor Ort sind die Einrichtungen der hessischen Suchthilfe. Zusätzlich sichern Mittel der teilnehmenden Landkreise und Kommunen das Alkoholpräventionsprogramm.

Im Rahmen des Präventionsgesetzes (PrävG) fördert die BZgA im Auftrag des GKV-Bündnis für Gesundheit die bundesweite Weiterentwicklung von HaLT.

18 HaLT-Standorte in Hessen

In Hessen beteiligen sich die Städte Frankfurt, Darmstadt, Kassel, Offenbach und Wiesbaden, sowie die Landkreise Offenbach, Hochtaunus, Main-Kinzig, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf, Rheingau-Taunus, Vogelsberg, Fulda, Werra-Meißner, Kassel, Lahn-Dill, Waldeck-Frankenberg und Main-Taunus an "HaLT in Hessen".

Seit September 2018 unterstützt Maike Oertlin als Landeskoordinatorin "HaLT in Hessen".

Einen Überblick über die Aktivitäten des Projektes in 2020 gibt der Jahresbericht der Landeskoordination, der hier heruntergeladen werden kann.

Weitere Dokumente zu "HaLT in Hessen" finden Sie hier.

HaLT - Erfolgreicher kommunaler Präventionsansatz zur Frühintervention

„HaLT – Hart am LimiT“ ist das größte Alkoholpräventionsprojekt in Deutschland und wird an mehr als 150 Standorte bundesweit durchgeführt.

Ziel ist es Kinder und Jugendliche vor riskantem und die Gesundheit gefährdendem Alkoholkonsum zu schützen. "HaLT“ ist ein kommunaler Präventionsansatz zur Frühintervention. Wissenschaftliche Expertisen belegen seit vielen Jahren, dass Suchtprävention nur dann effektiv und nachhaltig ist, wenn strukturelle Maßnahmen mit individuellen Ansätzen gemeinsam durchgeführt werden. Das Konzept von „HaLT“ berücksichtigt diese wissenschaftliche Erkenntnis und basiert deshalb auf zwei Säulen:

  1. Der reaktive Baustein bietet  Sofort-Hilfe für Jugendlichen, die z.B. aufgrund einer Alkoholintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Direkt vor Ort, in Kooperation mit den Krankenhäusern, werden die Jugendlichen bereits aufgefangen. Die Sofortintervention ist ein freiwilliges und zeitlich begrenztes Gesprächsangebot für Jugendliche bzw. deren Eltern, welches in Zusammenarbeit mit den Berater*innen aus den lokalen Suchtberatungsstellen durchgeführt wird. Neben dem Krankenhaus werden Jugendlichen mit Alkoholintoxikation auch über Schule, Ärzt*innen, Jugendgerichtshilfe etc. erreicht.

  2. Der proaktive Baustein zielt auf den Aufbau von kommunal verankerten Präventionsnetzwerken ab, sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Einhaltung des Jugendschutzes. Zielgruppe ist die erwachsene Bevölkerung. Zu den Kooperationspartner*innen gehören Schulen, Polizei, Einzelhandel, Festveranstaltende, Vereine u.v.m.

Bundesweit wurde das Projekt "Hart am LimiT" (HaLT) mehrere Jahre als Modell erprobt. Der Ansatz von "HaLT" wurde von der Prognos AG, Basel evaluiert und als sehr wirkungsvoll bewertet. Aufgrund der positiven Wirkungen wird „HaLT“ bundesweit inzwischen an über 150 Standorten durchgeführt.