Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

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Hessische Landesstelle
für Suchtfragen e.V. (HLS)

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HaLT in Hessen

Seit Anfang der zweitausender Jahre tritt das Phänomen des exzessiven Rauschtrinkens unter Jugendlichen auch in Hessen vermehrt auf. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten sind viele Kommunen/Landkreise aktiv geworden.

Das Alkoholpräventionsprogramm "HaLT – Hart am LimiT"

Erfolgreiche kommunale Prävention in der Frühintervention

 

"HaLT – Hart am LimiT" ist das größte Alkoholpräventionsprojekt in Deutschland und wird an mehr als 150 Standorten bundesweit durchgeführt.

Ziel ist es, Kinder und Jugendliche vor riskantem, die Gesundheit gefährdendem Alkoholkonsum zu schützen. "HaLT“ ist ein kommunaler Präventionsansatz zur Frühintervention. Wissenschaftliche Expertisen belegen seit vielen Jahren, dass Suchtprävention nur dann effektiv und nachhaltig ist, wenn strukturelle Maßnahmen mit individuellen Ansätzen gemeinsam durchgeführt werden. Das Konzept von „HaLT“ berücksichtigt diese wissenschaftliche Erkenntnis und basiert deshalb auf zwei Säulen:

  1. Der reaktive Baustein bietet Sofort-Hilfe für Jugendliche, die z.B. aufgrund einer Alkoholintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Direkt vor Ort, in Kooperation mit den Krankenhäusern, werden die Jugendlichen bereits aufgefangen. Die Sofortintervention ist ein freiwilliges und zeitlich begrenztes Gesprächsangebot für Jugendliche bzw. deren Eltern, welches in Zusammenarbeit mit den Berater*innen aus den lokalen Suchtberatungsstellen durchgeführt wird. Neben dem Krankenhaus werden Jugendliche mit Alkoholintoxikation auch über Schule, Ärzt*innen, Jugendgerichtshilfe etc. erreicht.

  2. Der proaktive Baustein zielt auf den Aufbau von kommunal verankerten Präventionsnetzwerken ab, sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Einhaltung des Jugendschutzes. Zur Zielgruppe zählen hier nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch die erwachsene Bevölkerung. Zu den Kooperationspartner*innen gehören Schulen, Polizei, Einzelhandel, Festveranstaltende, Vereine u.v.m.

Bundesweit wurde das Projekt "Hart am LimiT" (HaLT) mehrere Jahre als Modell erprobt. Der Ansatz von "HaLT" wurde von der Prognos AG, Basel evaluiert und als sehr wirkungsvoll bewertet. Aufgrund der positiven Effekte wird „HaLT“ bundesweit inzwischen an über 150 Standorten durchgeführt.

HaLT in Hessen

Das Landesprojekt "HaLT in Hessen"

Das Land Hessen unterstützt die Bemühungen der kommunalen Gebietskörperschaften seit 2011. Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) wurde mit der Durchführung von „HaLT in Hessen“ beauftragt. Eine landesweite Projektkoordinierungsstelle in der HLS unterstützt die Aktivitäten vor Ort und sichert die Qualität des landesweiten Projektes. Fachliche Kooperationspartner*innen vor Ort sind die Einrichtungen der hessischen Suchthilfe. Zusätzlich sichern Mittel der teilnehmenden Landkreise und Kommunen das Alkoholpräventionsprogramm.

Im Rahmen des Präventionsgesetzes (PrävG) fördert das BIÖG im Auftrag des GKV-Bündnis für Gesundheit die bundesweite Weiterentwicklung von HaLT.

19 HaLT-Standorte in Hessen

In Hessen beteiligen sich die Städte Frankfurt, Darmstadt, Kassel, Offenbach und Wiesbaden sowie die Landkreise Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Hochtaunus, Main-Kinzig, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf, Rheingau-Taunus, Vogelsberg, Fulda, Werra-Meißner, Kassel, Lahn-Dill, Waldeck-Frankenberg und Main-Taunus an "HaLT in Hessen".

Einen Überblick über die Aktivitäten des Projektes in 2024 gibt der Jahresbericht der Landeskoordination, der hier heruntergeladen werden kann.

Weitere Dokumente zu "HaLT in Hessen" finden Sie hier.

"Power statt Pegel" – Hessenweite HaLT-Aktionswoche 2026

Frankfurt, den 9. Juni 2026

 

Auch dieses Jahr setzen hessische HaLT-Fachkräfte wieder landesweit die Aktionswoche Alkohol um. Im Zeitraum des 13. bis 21. Juni 2026 soll unter dem Motto "Power statt Pegel" für gesundheitliche Vorteile von geringem oder abstinentem Alkoholkonsum sensibilisiert werden.

 

 

 

 

Alkohol & Sport – eine Leidensgemeinschaft?

Um einen Sieg zu feiern, eine Niederlage zu begießen oder nach dem Workout im Fitnessstudio ein "isotonisches Getränk" zu konsumieren – Sport und Alkohol(konsum) liegen oft nah beieinander. Aber zu welchem Preis?

  • Schlaf: Alkoholkonsum begünstigt zwar das Einschlafen. Die REM-Schlafphase, die mitunter der Festigung von Gedächtnisinhalten – und somit auch der Erinnerung von Bewegungsabläufen – dient, wird jedoch gestört.
  • Immunsystem: Eine durch den Abbau von Alkohol bedingte, erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol hemmt die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems und beeinträchtigt die Regeneration.
  • Wahrnehmungsveränderung: Bereits ab einem Blutalkoholgehalt von 0,8 Promille kann Alkohol eine Verschlechterung der Raumeinschätzung, des Blickfelds, der Konzentration, des Gleichgewichts und der Koordination bewirken.

 

Was passiert in der Aktionswoche?

Der Konsum von Alkohol steht demnach mit dem Ziel einer gesundheitsbewussten Lebensführung und sportlichen Ambitionen in einem konfligierenden Verhältnis. Vor diesem Hintergrund beteiligen sich hessenweit zahlreiche Fachstellen aus der Suchtprävention mit Infoständen und diversen Aktionen für junge Menschen, pädagogische Fachkräfte und die breite Öffentlichkeit an der Aktionswoche. Im Zusammenhang mit der im gleichen Zeitraum startenden Fußball-Weltmeisterschaft der Herren soll ein starkes Zeichen gesetzt werden: Für einen gesundheitsbewussten Lebensstil, der die besondere Rolle eines maßvollen Umgangs mit Alkohol berücksichtigt. Lokale Netzwerke und relevante kommunale Akteure unterstützen bei der Umsetzung der Kampagnenziele:

  • Anstoßen eines Reflexionsprozesses: Aktionsstände mit Rauschbrillen und Ratespielen regen zum Hinterfragen eigener Gewohnheiten und Vorstellungen an.
  • Informationsvermittlung: Informations- und Gesprächsformate klären über gesundheitliche Vorteile einer Reduktion oder eines Verzichts von Alkohol auf.
  • Eine neue Normalität: Mittels alkoholfreier Cocktail-Bars wird darauf aufmerksam gemacht, dass Feiern und Sport auch ohne Alkohol möglich sind.

 

Stay tuned!

An der HaLT-Aktionswoche nehmen mit Unterstützung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) 14 Landkreise und kreisfreie Städte teil: Hochtaunuskreis, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Darmstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Main-Kinzig-Kreis, Landkreis Fulda, Stadt und Landkreis Offenbach, Stadt Frankfurt am Main, Stadt Wiesbaden, Vogelsbergkreis, Werra-Meissner-Kreis und Main-Taunus-Kreis.

Weitere Infos zu & Berichte von Veranstaltungen folgen bald.

Zahlen, Daten & Fakten

Krankenhauseinweisungen hessischer Kinder und Jugendlicher unter 18 Jahren aufgrund von Alkoholintoxikation - Entwicklungen in Hessen

Quelle: Ergebnisse der Krankenhausstatistik, Teil Diagnosen, Hessisches Statistisches Landesamt, Wiesbaden, 2025.

Zu Beginn der zweitausender Jahre trat das exzessive Rauschtrinken unter Kindern und Jugendlichen auch in Hessen vermehrt auf: Die Zahl der Krankenhauseinweisungen der unter 18-Jährigen hatte sich innerhalb weniger Jahre fast verdoppelt. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten, sind viele Kommunen/Landkreise in der kommunalen Alkoholprävention aktiv geworden. Seit 2013 sind die Zahlen rückläufig. Die Zahlen seit 2020 zeigen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Verhalten der Jugendlichen. Die Krankenhauseinlieferungen haben sich fast halbiert. Es ist anzunehmen, dass diese Entwicklung auf die Einschränkungen von Festen und Veranstaltungen zurückzuführen ist. Im Jahr 2024 bleiben die Zahlen auf einem niedrigen Niveau, sind aber das erste mal seit drei Jahren wieder leicht gestiegen.

Krankenhauseinweisungen hessischer Kinder und Jugendlicher unter 22 Jahren aufgrund von Alkoholintoxikation - Entwicklungen in Hessen

Quelle: Ergebnisse der Krankenhausstatistik, Teil Diagnosen, Hessisches Statistisches Landesamt, Wiesbaden, 2025.

Mit der Weiterentwicklung von HaLT - Hart am LimiT (2019) hat sich auch die Zielgruppe des Programms auf die 18-21 Jährigen ausgeweitet. Daher stellen wir als separate Grafik auch die Klinikeinweisungen aufgrund von Alkoholintoxikationen der unter 22 -jährigen hessischen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dar. Im Jahr 2024 ist, wie bereits in den Vorjahren, weiterhin ein Rückgang der Klinikeinweisungen zu verzeichnen.

Materialen zu dem Projekt

Weitere Materialien

12. Juni 2026 | 1,82 MB | 12

HaLT-Hessen Report 2024

Hart am Limit (HaLT), Alkohol, | herunterladen

HaLT-Hessen Report 2024

12. Juni 2026 | 1,49 MB | 0

Power statt Pegel

Plakate, Alkohol, Hart am Limit (HaLT), | herunterladen

HaLT-Aktionswoche 2026

18. Februar 2026 | 1,95 MB | 212 | Preis: 0,00 €

"Veranstaltung geplant?"

Hart am Limit (HaLT), Suchtprävention, Alkohol | | herunterladen

HaLT-Broschüre "Veranstaltung geplant?" Jugendschutz in der Praxis