Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

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Hessische Landesstelle
für Suchtfragen e.V. (HLS)

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HaLT in Hessen

Seit Anfang der zweitausender Jahre tritt das Phänomen des exzessiven Rauschtrinkens unter Jugendlichen auch in Hessen vermehrt auf. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten sind viele Kommunen/Landkreise aktiv geworden.

Krankenhauseinweisungen hessischer Kinder und Jugendlicher unter 18 Jahren aufgrund von Alkoholintoxikation - Entwicklungen in Hessen

Quelle: Ergebnisse der Krankenhausstatistik, Teil Diagnosen, Hessisches Statistisches Landesamt, Wiesbaden, 2025.

Zu Beginn der zweitausender Jahre trat das exzessive Rauschtrinken unter Kindern und Jugendlichen auch in Hessen vermehrt auf: Die Zahl der Krankenhauseinweisungen der unter 18-Jährigen hatte sich innerhalb weniger Jahre fast verdoppelt. Um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten, sind viele Kommunen/Landkreise in der kommunalen Alkoholprävention aktiv geworden. Seit 2013 sind die Zahlen rückläufig. Die Zahlen seit 2020 zeigen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Verhalten der Jugendlichen. Die Krankenhauseinlieferungen haben sich fast halbiert. Es ist anzunehmen, dass diese Entwicklung auf die Einschränkungen von Festen und Veranstaltungen zurückzuführen ist. Im Jahr 2024 bleiben die Zahlen auf einem niedrigen Niveau, sind aber das erste mal seit drei Jahren wieder leicht gestiegen.

Krankenhauseinweisungen hessischer Kinder und Jugendlicher unter 22 Jahren aufgrund von Alkoholintoxikation - Entwicklungen in Hessen

Quelle: Ergebnisse der Krankenhausstatistik, Teil Diagnosen, Hessisches Statistisches Landesamt, Wiesbaden, 2025.

Mit der Weiterentwicklung von HaLT - Hart am LimiT (2019) hat sich auch die Zielgruppe des Programms auf die 18-21 Jährigen ausgeweitet. Daher stellen wir als separate Grafik auch die Klinikeinweisungen aufgrund von Alkoholintoxikationen der unter 22 -jährigen hessischen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dar. Im Jahr 2024 ist, wie bereits in den Vorjahren, weiterhin ein Rückgang der Klinikeinweisungen zu verzeichnen.

Das Landesprojekt "HaLT in Hessen"

Das Land Hessen unterstützt die Bemühungen der kommunalen Gebietskörperschaften seit 2011 . Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) wurde mit der Durchführung von „HaLT in Hessen“ beauftragt. Eine landesweite Projektkoordinierungsstelle in der HLS unterstützt die Aktivitäten vor Ort und sichert die Qualität des landesweiten Projektes. Fachliche Kooperationspartner*innen vor Ort sind die Einrichtungen der hessischen Suchthilfe. Zusätzlich sichern Mittel der teilnehmenden Landkreise und Kommunen das Alkoholpräventionsprogramm.

Im Rahmen des Präventionsgesetzes (PrävG) fördert die BZgA im Auftrag des GKV-Bündnis für Gesundheit die bundesweite Weiterentwicklung von HaLT.

19 HaLT-Standorte in Hessen

In Hessen beteiligen sich die Städte Frankfurt, Darmstadt, Kassel, Offenbach und Wiesbaden, sowie die Landkreise Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Hochtaunus, Main-Kinzig, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf, Rheingau-Taunus, Vogelsberg, Fulda, Werra-Meißner, Kassel, Lahn-Dill, Waldeck-Frankenberg und Main-Taunus an "HaLT in Hessen".

Einen Überblick über die Aktivitäten des Projektes in 2022 gibt der Jahresbericht der Landeskoordination, der hier heruntergeladen werden kann.

Weitere Dokumente zu "HaLT in Hessen" finden Sie hier.

HaLT - Erfolgreicher kommunaler Präventionsansatz zur Frühintervention

„HaLT – Hart am LimiT“ ist das größte Alkoholpräventionsprojekt in Deutschland und wird an mehr als 150 Standorte bundesweit durchgeführt.

Ziel ist es Kinder und Jugendliche vor riskantem und die Gesundheit gefährdendem Alkoholkonsum zu schützen. "HaLT“ ist ein kommunaler Präventionsansatz zur Frühintervention. Wissenschaftliche Expertisen belegen seit vielen Jahren, dass Suchtprävention nur dann effektiv und nachhaltig ist, wenn strukturelle Maßnahmen mit individuellen Ansätzen gemeinsam durchgeführt werden. Das Konzept von „HaLT“ berücksichtigt diese wissenschaftliche Erkenntnis und basiert deshalb auf zwei Säulen:

  1. Der reaktive Baustein bietet  Sofort-Hilfe für Jugendlichen, die z.B. aufgrund einer Alkoholintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Direkt vor Ort, in Kooperation mit den Krankenhäusern, werden die Jugendlichen bereits aufgefangen. Die Sofortintervention ist ein freiwilliges und zeitlich begrenztes Gesprächsangebot für Jugendliche bzw. deren Eltern, welches in Zusammenarbeit mit den Berater*innen aus den lokalen Suchtberatungsstellen durchgeführt wird. Neben dem Krankenhaus werden Jugendlichen mit Alkoholintoxikation auch über Schule, Ärzt*innen, Jugendgerichtshilfe etc. erreicht.

  2. Der proaktive Baustein zielt auf den Aufbau von kommunal verankerten Präventionsnetzwerken ab, sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Einhaltung des Jugendschutzes. Zielgruppe ist die erwachsene Bevölkerung. Zu den Kooperationspartner*innen gehören Schulen, Polizei, Einzelhandel, Festveranstaltende, Vereine u.v.m.

Bundesweit wurde das Projekt "Hart am LimiT" (HaLT) mehrere Jahre als Modell erprobt. Der Ansatz von "HaLT" wurde von der Prognos AG, Basel evaluiert und als sehr wirkungsvoll bewertet. Aufgrund der positiven Wirkungen wird „HaLT“ bundesweit inzwischen an über 150 Standorten durchgeführt.

Hessenweite HaLT- Aktionswoche 2025 "Be Aware and Take Care- Alkohol und Mental Health"

Frankfurt, den 8. Mai 2025                                                            

Unter dem Motto „Be Aware and Take Care – Alkohol und Mental Health“ startete das Alkoholpräventionsprogramm HaLT – Hart am LimiT in Hessen vom 12. bis 16. Mai 2025 eine landesweite Aktionswoche. Ziel war es, Jugendliche und junge Erwachsene für die Risiken des Alkoholkonsums und dessen enge Verbindung zur psychischen Gesundheit zu sensibilisieren.

Alkoholprävention trifft Mental Health: Warum das Thema jetzt besonders wichtig ist

Die Lebensphase vom Jugendalter bis ins junge Erwachsenenalter ist eine Zeit des Umbruchs: Schule, Ausbildung, erste Beziehungen, Zukunftsängste, Selbstfindung und der Umgang mit Social Media. Gleichzeitig ist sie besonders sensibel für die Entwicklung psychischer Erkrankungen und für den Einstieg in den riskanten Alkoholkonsum. Aktuelle Studien zeigen: Mehr als ein Drittel aller jungen Menschen in Deutschland trinkt regelmäßig Alkohol.

Ein häufig unterschätzter Effekt dabei: der sogenannte „Emokater“ – auch bekannt als Hangxiety. Viele junge Menschen erleben am Tag nach dem Trinken nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch verstärkte Gefühle von Angst, innerer Unruhe, Scham oder Niedergeschlagenheit. Dabei wird oft übersehen, dass Alkohol psychische Krankheiten begünstigen, verschlimmern oder auslösen kann. Umgekehrt nutzen vielen Menschen Alkohol, um mit psychischen Belastungen zurechtzukommen, was langfristig jedoch das Problem vergrößert.

„Alkoholkonsum ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet, wird oft verharmlost und selten hinterfragt“ erklärt Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. „Mit der Aktionswoche wollen wir Mut machen, offen über den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und psychischer Gesundheit zu sprechen und warum Alkohol bei Sorgen und Stress tabu sein sollte.“

Alkohol & Psyche – ein gefährlicher Kreislauf

Der Zusammenhang zwischen Alkohol und mentaler Gesundheit ist vielschichtig:

  • Kurzfristig kann Alkohol zwar entspannend wirken, langfristig jedoch depressive Symptome verschlimmern oder Ängste verstärken.
  • Jugendliche Gehirne sind besonders empfindlich – regelmäßiger Konsum kann die emotionale Entwicklung und Stressverarbeitung beeinträchtigen.
  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder ADHS gehen häufiger mit problematischem Alkoholkonsum einher.
  • In vielen Fällen entsteht ein Teufelskreis: Alkohol wird als scheinbarer Ausweg genutzt – mit der Folge, dass sich das psychische Befinden weiter verschlechtert.

Was passierte in der Aktionswoche?

In ganz Hessen fanden Workshops, Vorträge und interaktive Schulprojekte statt. Mit Unterstützung von Schulen und lokalen Netzwerken wurde der Dialog zwischen jungen Menschen und Fachkräften angeregt. Themen waren unter anderem:

  • Alkohol als Risikofaktor für psychische Erkrankungen
  • Umgang mit Leistungsdruck, Stress und Emotionen
  • Frühzeitige Hilfe und Unterstützungsangebote
  • Stärkung von Schutzfaktoren wie Resilienz und Selbstwirksamkeit

Mit der Aktionswoche setzte HaLT ein starkes Zeichen: Für mehr Achtsamkeit, für psychische Gesundheit und gegen riskanten Alkoholkonsum.

HaLT: Prävention, die ankommt

Seit über 10 Jahren bietet „HaLT in Hessen“ verlässliche Alkoholprävention an. Mit kommunalen Netzwerken, niedrigschwelligen Angeboten und individueller Beratung sorgt HaLT dafür, dass junge Menschen nicht allein bleiben – weder mit ihren Sorgen noch mit riskantem Trinkverhalten. HaLT wird in 18 Regionen in Hessen umgesetzt und vom Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, den teilnehmenden Landkreisen und Kommunen sowie dem GKV-Bündnis für Gesundheit, eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen, gefördert.

In der HaLT-Aktionswoche nahmen mit Unterstützung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) 14 Landkreise und kreisfreien Städte an der Öffentlichkeitsaktion teil: Stadt Franfkurt am Main, Landkreis Fulda, Hochtaunuskreis, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Lahn-Dill-Kreis, Landkreis und Stadt Offenbach, Vogelsbergkreis, Werra-meißner-Kreis, Darmstadt-Dieburg, Landkreis Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

 

 

Materialen zu dem Projekt

Weitere Materialien